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Infos  & Wissen

Gründüngung im Gemüsegarten

Gründüngung ist eine Nebenkultur im Gemüsegarten, die nicht zur Ernte gedacht ist, sondern wieder in den Boden eingearbeitet wird. Sie bietet eine Reihe von Vorteilen für deinen Gemüsegarten und steigert die Qualität deines Gartenbodens. Eine Gründüngung im Herbst ist die ideale Bodenbearbeitung für den Gemüseanbau im darauffolgenden Frühjahr. 

Phacelia wertet deinen Boden auf und sieht wunderschön aus

Was bedeutet eine Gründüngung?

Die Gründüngung im Gemüsegarten ist nicht, wie das Wort vermuten lässt, eine Zugabe von Dünger. Ein paar der Gründüngungspflanzen führen deinem Boden tatsächlich Nährstoffe, insbesondere Stickstoff, zu. Die meisten Pflanzen, die als Gründüngung eingesetzt werden, werten deinen Gartenboden auf, indem sie ihn durch tiefe Wurzeln auflockern und das Bodenleben anregen. 

Unbewachsene Erde kommt in der Natur eigentlich nicht vor. In unseren Gärten entstehen durch die Gemüseernte und das Entfernen von Unkraut oft freie Flächen. Bei solchen freien Flächen kommt es schnell zu Verschwemmungen von Nährstoffen und Bodenerosionen. Bodelebewesen fühlen sich hier nicht wohl und finden weniger Futter. 

Solltest du freie Flächen in deinen Beeten haben und möchtest kein weiteres Gemüse dort einpflanzen, ist eine Gründüngung immer eine gute Wahl! 

Gründüngung mit Phacelia
Gründüngung mit Buchweizen

Die Vorteile von Gründüngung

  • Gründüngung führt deinem Boden Humus zu. Durch das enge Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis erhöhst du den Anteil organischer Substanz und förderst Nährstoffe und Spurenelemente
  • Durch die Schattierung des Bodens bleibt der Boden locker und krümelig, so dass das Bodenleben angeregt wird. Dies nennt man Schattengare
  • Durch die schnelle Bedeckung des Bodens schützt du ihn vor Erosion durch Wind und Regen
  • Eine Gründüngung unterdrückt das Wachstum von Unkraut und senkt durch fehlende Samen auch den Unkrautdruck im folgenden Jahr
  • Leguminosen als Gründüngung führen dem Boden Stickstoff zu
  • Bei tief wurzelnden Pflanzen werden Nährstoffe in tieferen Bodenschichten erschlossen, aufgelockert wird dein Boden aber auch von Flachwurzlern
  • Blühende Gründüngung wie Phacelia ist für Insekten interessant 
Hummel auf Phacelia
Hummel auf Phacelia-Blüte

Ein Magnet für Insekten

Wenn du bei deinem nächsten Spaziergang durch Felder an einem Streifen Gründüngung z. B. mit Phacelia vorbei kommst, schau doch mal genauer hin. Nicht nur, dass die unscheinbaren Blüten bei näherer Betrachtung wunderschöne Formen offenbaren, sie sind auch ein Magnet für Insekten. Hummeln, Schmetterlinge und Co. tummeln sich geradezu in den Blüten und laden zum Beobachten ein.

Wenn du generell insektenfreundlich gärtnern willst, haben wir dir ein paar Tipps zusammengestellt. 

Gönne deinem Boden eine Kur

Besonders bewährt hat sich eine Gründüngung als Nachkultur. Das heißt, du säst sie auf Flächen, auf denen du bereits Kulturen ausgebracht hast. Wenn das Gemüse dann geerntet ist und wieder Platz im Beet frei wird, kannst du im Spätsommer und Herbst Gründüngung aussäen, die dem Boden gut tut.

Du kannst aber immer eine Bodenanalyse durchführen, bevor du deinen Boden düngst.

Eine bewährte Struktur im Gemüsegarten ist die Vier-Felderwirtschaft. In deinem Gemüsegarten hast du nach diesem Prinzip jedes Jahr je ein Beet für Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer und eines für eine Gründüngung. Das Feld bzw. die Gemüsebeete, die im Vorjahr durch eine Gründüngung aufgewertet wurden, werden im Folgejahr mit den Starkzehrern bepflanzt. 

Zusätzlich zur Gründüngung solltest du deine Starkzehrer in der Gartensaison mit organischem Dünger versorgen. 

Welche Pflanzen bieten sich an?

Gründüngungspflanzen helfen nicht nur deinem Boden, sondern sehen auch noch schön aus

Es gibt eine Reihe von Gründüngungspflanzen, die verschiedene Vorteile bieten.

  • Leguminosen wie Lupinen, Ackerbohnen, Klee oder Sommerwicken führen dem Boden über Knöllchenbakterien Stickstoff zu
  • Winterroggen wächst auch im Herbst bei tiefen Temperaturen und wurzelt tief
  • Auch Esparsette, Lupinen und Sonnenblumen wurzeln tief und lockern so den Boden und erreichen tiefliegende Nährstoffe
  • Auch Buchweizen, Malven, Senf und Ölrettich bedecken den Boden schnell und wurzeln reichlich
  • Phacelia, Esparsette oder Lupine bieten viel Nahrung für Insekten
  • Tagetes, Senf und Rettich können den Boden von Nematoden befreien, weil sie diese anlocken, ihnen aber keine Nahrung bieten
  • Um die Vorteile zu kombinieren, kannst du dir verschiedene Mischungen kaufen

Buchweizen ist die ideale Gründüngung für den Herbst

Buchweizen ist eine sehr vielseitige Gründüngung für den Gemüsegarten, die auch noch im Spätsommer ausgesät werden kann und im Herbst und Winter als Bodendecker dient. Buchweizen ist fruchtfolgeneutral, da er mit den meisten Gemüsearten wie Kohl und Bohnen nicht verwandt ist. Du musst dir keine Gedanken machen, welche Gemüsepflanzen du auf der Fläche im nächsten Jahr anpflanzen möchtest. 

Buchweizen keimt und wächst sehr schnell und bodendeckend. Dadurch werden Unkräuter wie die Quecke verdrängt. Mit den weißen Blüten ist Buchweizen auch eine gute Nahrungsquelle für Bienen und Insekten. 

Lediglich Rhabarber solltest du im Folgejahr nach einer Buchweizen-Gründüngung nicht pflanzen, da sie zur gleichen Pflanzenfamilie gehören. 

Buchweizen kannst du auch noch im Spätsommer aussäen
Buchweizen kannst du auch noch im Spätsommer aussäen

Was passiert mit meiner Gründüngung?

Sinn der Gründüngung ist, dass die Grünmasse mitsamt den Nährstoffen, die sie aufgenommen hat, wieder deinem Boden zugeführt wird.

Phacelia oder Buchweizen frieren bei später Aussaat im Winter ab, sie bilden dann eine schützende Schicht für den Boden. Winterroggen kannst du im Frühjahr einfach umgraben.

Andere Pflanzen schneidest du einfach ab. Mach dies, bevor sich die Samen ausbilden, da du ansonsten unfreiwillig den Unkrautdruck in deinem Garten erhöhst. 

Die Grünmasse kannst du anschließend flach in den Boden einarbeiten, als Mulch nutzen  oder kompostieren. In jedem Fall bildet sich daraus wertvoller Humus.

Inas Tipp: Belasse die Wurzeln im Boden

Wenn du Bohnen und Erbsen angebaut und vollständig abgeerntet hast, schneide diese direkt über dem Boden ab. Reiße nicht die Wurzeln heraus, denn sie enthalten Stickstoff, den sie weiterhin an den Boden abgeben.  
Ina, meine ernte Gemüsegärtnerin und Düngeexpertin

Was sollte ich bei einer Gründüngung beachten?

Prüfe vor deiner Gründüngung die Fruchtfolge in deinem Anbauplan sowohl im Hinblick auf das aktuelle als auch das Folgejahr. Leguminosen (wie z.B. Bohnen) und Kreuzblütler (wie z.B. Kohl) finden sich wahrscheinlich auch auf in deinem Anbauplan. Achte darauf, dass die Pflanzen deiner Gründüngung aus einer anderen Familie kommen, als die Gemüsepflanzen, die du in dem Beet angebaut hast oder im kommenden Jahr noch anbauen möchtest. 

Für den Gemüsegarten ideal geeignet sind Winterroggen, Phacelia und Buchweizen, da sie zu Pflanzenfamilien gehören, die man im Gemüsegarten nur selten oder nie findet. 

Außerdem solltest du die Gründüngung vor der Aussamung abschneiden oder in den Boden einarbeiten. 

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