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Pflege

Bewässerung - richtig Gießen

Zwar muss Gemüse vor dem Austrocknen geschützt werden, viele Gemüsegärtnerinnen und –gärtner meinen es jedoch zu gut mit dem Gießen. Wenn Pflanzen mit Wasser verwöhnt werden, neigen sie dazu, ihre Wurzeln nicht bis in tiefere Erdschichten auszubilden, die viel seltener austrocknen als obere. Es ist daher immer eine Überlegung wert,
Dein Gemüse dazu anzuregen, sich das Wasser aus der Tiefe zu holen. Gieße daher seltener, dafür dann aber reichlicher, damit das Gießwasser nicht in den oberen Erdschichten bleibt. Hacke dafür öfters, weil durch Hacken die Feuchtigkeit besser im Boden gehalten werden kann. In feuchten Sommern kann es sogar sein, dass Du Dein Gemüse überhaupt nicht wässern müssen.

Nicht alle Gemüsearten haben den gleichen Wasserbedarf. Einige Arten sollten in bestimmten Reifephasen mehr gegossen werden als andere. Allgemein haben frisch gepflanzte Gemüsepflanzen einen höheren Wasserbedarf als ältere Pflanzen. Auch benötigt Gemüse mit großen Blättern in der Regel mehr Wasser. Je nach Pflanzen- und Bodenart wässerst Du intensiv, wenn Du 3-5 Liter pro Quadratmeter gießt.

Tipp: Hebe Gießkannen mit geradem Rücken aus den Knien an.

Der Morgentau

Eine weitere Möglichkeit Wasser aufzunehmen, finden Deine Pflanzen übrigens während des Morgentaus, denn nicht nur die Wurzeln, sondern auch das Laub besitzt die Fähigkeit, Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen. Während des Taupunktes in den frühen Morgenstunden sind auch die Aufnahmefähigkeiten für Nährstoffe sehr gut.

Die Wurzeln Deines Gemüses

Dein Gemüse entwickelt, sofern Du es nicht mit zu viel Gießwasser verwöhnst, ein enormes Wurzelgeflecht, denn die Wurzeln wachsen stets zum Wasser und zu den Nährstoffen hin. Ist beides nicht im Überfluss vorhanden, entwickelt sich so ein stärkeres Wurzelgeflecht.

Je besser diese Wurzeln sich ausbilden, desto besser kann die Pflanze sich den natürlichen Bedingungen anpassen. So ist sie in der Lage, auch Wochen ohne zusätzliche Feuchtigkeitszufuhr zu gedeihen, wenn es nicht regnet. Weiterhin kann sie über die stärkeren Wurzeln auch viel mehr Nährstoffe aufnehmen und insgesamt gut wachsen.

Salate entwickeln Wurzeln, die bis zu 60 cm in die Erde reichen. Kohl, der vielfach aus dem mediterranen Raum stammt, wurzelt sogar bis 90 cm tief.

Kratzprobe

Kratze mit der Hacke oder Deinem Schuh ein paar Zentimeter der Erdoberschicht weg. Wenn der Boden unter der obersten Erdschicht dunkel und feucht ist, benötigen Deine Pflanzen kein Wasser. Ist die Erde hell wie die oberste Erdschicht, solltest Du gießen. Auf dem Bild erkennst Du, dass die Erde noch genügend Wasser hält.

Zeitpunkt

Gieße nach Möglichkeit abends, wenn die Verdunstung durch die Sonne stoppt und das Wasser über Nacht tief in das Erdreich einziehen kann. Da abendliches Gießen jedoch Pilzkrankheiten begünstigen kann und sich eventuell Schnecken darüber freuen, ist der Morgen ebenfalls ein guter Zeitpunkt.

Vermeide vor allem bei sommerlichen Temperaturen, die Pflanzen zur Mittagszeit zu gießen. Denn die Wassertropfen wirken auf den Blättern wie eine Lupe und die Blätter können regelrecht verbrennen.

Gießwall

Wenn Du junge Pflanzen einpflanzst, kannst Du zudem einen kleinen Wall um die Pflanze bilden. So bildet sich ein Wasserspeicher und die Pflanze wird zu Beginn mit genügend Wasser versorgt.

10 Liter Niederschlag pro m² – was bedeutet das?

Dir ist vielleicht schon mal die Maßeinheit für niedergegangenen Regen begegnet. Man spricht dann von Liter/m². Aber was bedeutet das für Deinen Gemüsegarten?

Im Grunde ist es ganz einfach: Wenn es 10 Liter pro Quadratmeter geregnet hat, entspricht die niedergegangene Wassermenge 45 vollen Gießkannen in einem kleinen Gemüsegarten!  

Wenn Du Dir nun vorstellst, dass Du Deinen Garten mit 45 Kannen gegossen hättest, würdest Du dann noch weitergießen?

Kerstin zeigt Richtiges Gießen:

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