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Balkongemüse

Gemüse auf dem Balkon: Sorten, Anbau und Tipps 

Diese Sorten eignen sich für den Anbau auf dem Balkon

Radieschen oder Pflücksalate mit ihrem kompakten und eher kleinen Wuchs eignen sich sehr gut. Auch Kräuter wie Schnittlauch, Basilikum, Thymian, Rosmarin gelingen ebenfalls und sind wertvolle Zutaten in vielen Gerichten. 

Doch auch Gemüsearten, die im ersten Moment überraschend erscheinen mögen, können gut auf dem Balkon gezogen werden. Paprika und Chili gelingen, wenn sie vor Wind und damit vor Abknicken geschützt werden. Auch MangoldZuckererbsen und Bohnen, ja sogar Möhren, Tomaten, GurkenZucchini und Kartoffeln finden auf dem Balkon gute Bedingungen. 

Erdbeeren und Himbeeren zählen zwar zum Obst, können aber in den richtigen Gefäßen und am richtigen Standort prima angebaut werden. 

Töpfe, Kästen, Pflanzsäcke aber auch Tetrapacks bieten Platz für Dein Gemüse   

Wir stellen Dir verschiedene, passende Gefäße vor. Da Gemüse im Wurzelbereich ein Mindestmaß an Raum benötigt, solltest Du allgemein eher größere Gefäße auswählen

Töpfe: Während Kräuter schon in kleineren Töpfen ab etwa 15cm Durchmesser Platz finden, solltest Du bei Paprika und Chili Töpfe ab etwa 10l, bei Tomaten 20-40l, bei Zucchini gar 40-60l wählen. Zu große Töpfe gibt es hierfür grundsätzlich nicht, je größer das Gefäß, desto größer kann auch die Pflanze und deren Früchte werden. Doch nicht nur Töpfe sind für den Anbau geeignet, auch eine Reihe anderer Gefäße können genutzt werden. Diese müssen mit nährstoffreicher und humoser Erde gefüllt sein, wir empfehlen zudem, einen organischen Langzeitdünger wie Hornspäne darunter zu mischen.

Tipp! Achte beim Kauf der Erde bitte darauf, dass sie ausreichend Nährstoffe und vor allem keinen Torf enthält, um die Moore zu schützen!

Balkonkästen:
Diese sind ebenfalls gut geeignet. Durch ihre Länge kannst Du mehrere kleinere Kulturen nebeneinandersetzen, seien es Kräuter, Salate oder Radieschen.

Säcke oder Tüten: Kulturen mit mehr Platzbedarf wie Tomaten oder Zucchini können direkt in die Säcke bzw. Tüten, in denen Erde gekauft werden kann, gesetzt werden. Mach dafür einfach einen Schlitz auf die Oberseite und setze die Pflanze herein. In der Plastikumhüllung verdunstet kein Wasser, das von der Pflanze nicht genutzt wird und im Wurzelraum ist viel Platz. 

Pflanzsäcke: Im Handel gibt es zudem Pflanzsäcke aus einem robusten Stoff. Sie fassen viel Erde, haben oft eine praktische, rechteckige Grundform und können außerhalb der Saison sehr platzsparend verstaut werden. 

Gießen auf dem Balkon

Deine Balkonpflanzen gießt Du am besten am frühen Morgen oder am Abend und nicht in der prallen Mittagshitze. Gieße besser direkt an der Pflanze und nicht von oben auf die Blätter. Bei Balkonen ohne Überdachung sollten Deine Gemüsepflanzen luftig stehen, sodass Regenwasser gut von den Blättern abtrocknen kann. 

Da Pflanzgefäße, egal welcher Art, ein geringeres Volumen haben als ein Hochbeet oder gar Acker, können sie auch nur eine gewisse Menge an Wasser speichern. Vor allem im Urlaub ist man daher meist auf gute Nachbarschaftshilfe oder Bewässerungshilfen angewiesen. 
Mit Bewässerungshilfen* kannst Du leicht ein Wasserdepot für Deine Pflanzen anlegen. Mithilfe von Kegeln aus Ton in Kombination mit handelsüblichen PET-Flaschen oder Weinflaschen werden Pflanzen bis zu einer Woche mit Wasser versorgt. Die wassergefüllten Flaschen werden kopfüber in die Kegel gesteckt. Durch die Tonkegel wird dann das Wasser gleichmäßig an die Pflanze abgegeben.

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So einfach baust Du Kartoffeln auf dem Balkon selbst an

1. Fülle einen Pflanzsack mit einem Gemisch aus Erde und reifem Kompost.

2. Stecke ab Ende April eine vorgekeimte Kartoffel etwa 10cm tief in die Erde hinein – hier kannst Du auch eigene Kartoffeln verwenden, die Triebe gebildet haben. 

3. Stelle den Sack an einen warmen Platz. Bei größeren Säcken kannst Du auch mehrere Kartoffeln nehmen, zwischen den Knollen sollte etwa 10cm Platz zu jeder Seite sein. (Du kannst den Sack auch mit etwa 10cm Erde befüllen, die Kartoffeln darauflegen und weitere 10cm Erde und Kompost auffüllen.)

4. Wenn das Laub ordentlich gewachsen ist, gebe weitere Erde hinzu, so dass die Triebspitzen noch aus der Erde sehen. Dieser Kartoffelturm sollte jedoch eine Höhe von 80cm nicht übersteigen. Sobald das Laub getrocknet ist, kannst Du ab etwa August Deine eigenen Kartoffeln ernten. 

Wie du genau erkennst, ob Deine Kartoffeln erntereif sind und wie du dabei am besten vorgehst, liest du in unserem Kartoffelspezial

Wie wäre es mit praktischen Pflanzsäcken aus Vlies*? Die sind leicht, aber stabil, durch die Griffe besonders handlich und fördern sogar das Wurzelwachstum von bspw. Tomaten durch gute Luftzirkulation.

Auch Möhren kannst Du auf dem Balkon versuchen. Da diese als Wurzelgemüse jedoch viel Platz nach unten benötigen – hier empfehlen sich etwa 40cm – , sind Eimer als Gefäß einen Versuch wert.

Doch auch ungewöhnlichere Behältnisse eignen sich für das Balkongärtnern. Da Platz zumeist Mangelware ist, bieten sich vertikale Konstruktionen an. Im kleinen Rahmen kannst Du Tetrapaks oder umgedrehte Plastikflaschen nutzen, sie z.B. mit Kräutern bepflanzen und übereinander hängen. Mit etwas Geschick lassen sie sich so anordnen, dass nur die oberen gegossen werden müssen und das Wasser automatisch in die unteren läuft. Im Handel gibt es vorgefertigte vertikale Pflanzsäcke. Du kannst auch aus einer Holzpalette oder Holzkisten einen vertikalen Garten basteln. Kleide diese mit Vlies aus und tackere es von innen an das Holz, so dass die Erde darin bleibt, das Wasser aber ablaufen kann und stelle sie senkrecht. Nun kann nach Herzenslust bepflanzt werden.

Auch Hochbeete gibt es im Handel, sie lassen sich aber auch selbst bauen. Hier ist oft ein Problem, an das Material für die Befüllung zu kommen, denn sie sollten von unten nach oben mit einer Schicht grobem Pflanzenschnitt wie zerkleinerten Ästen, darüber einer Schicht zerkleinertem Laub und Kompost und darüber erst einer Schicht Erde befüllt werden. Auch empfehlen wir, hier erst den Vermieter um Erlaubnis zu bitten.

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Das sind unsere Empfehlungen:

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Sonne oder Schatten – Finde das richtige Gemüse für Deinen Balkon 

Grundsätzlich macht es einen großen Unterschied, in welche Richtung der Balkon ausgerichtet ist. Zeigt er nach Süden, bietet er sehr viel Wärme und Helligkeit und ist für Pflanzen wie Tomaten, Chilis oder Zucchinis bestens geeignet. Jedoch muss hier ein strengeres Auge auf das Wasser gerichtet werden: Im Sommer kann tägliches Gießen nötig sein!

Auf West-, Ost- oder gar Nordbalkonen hingegen trocknen die Pflanzen nicht so schnell aus, dafür bekommen sie auch weniger Sonne ab. Grundsätzlich bieten Balkone aber teilweise besseren Schutz vor Wind oder Regen (bei den dagegen empfindlichen Tomaten) als Gärten. Doch auch wenn Euer Balkon nur wenig Sonne abbekommt, kannst Du trotzdem noch einiges an Gemüse und Kräutern anbauen. So bevorzugt Bärlauch, der in der Natur eher im Wald vorkommt, sogar den Schatten. Doch auch Kräuter wie Sauerampfer, Waldmeister, verschiedene Minzen, Brunnenkresse, Schnittlauch oder Petersilie gedeihen, wenn sie im Schatten oder Halbschatten wachsen. Beim Gemüse hast Du bei Mangold, Roter Bete, Feldsalat, Spinat, Blattsalaten, Buschbohnen, Radieschen, Kohlrabi, Brokkoli oder Grünkohl gute Aussichten auf Erfolg, wenn der Balkon nur kurze Zeit etwas Sonne abbekommt. Zum optimalen Start solltest Du einige Gemüsesorten zunächst im Haus vorziehen, bevor sie dann in größere Kästen gepflanzt werden können. 

Wir empfehlen in jedem Fall, bei der Wahl des Gemüses experimentierfreudig zu sein. Dann bekommst Du schon nach kurzer Zeit ein gutes Gefühl dafür, welche Pflanzen auf Eurem Balkon wachsen und welche eher nicht. Eine große Auswahl an zertifiziertem Bio-Saatgut findest du in unserem Shop. 
Wir wünschen Dir eine reiche Ernte!


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