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Wildkräuter

Ob auf dem Acker oder im Garten oder Wald gesammelt - Wildkräuter liegen stark im Trend und sind in der deutschen Küche sehr beliebt!

Dorfhelferin und Wildkräuter-Führerin Tanja Reverey aus Everloh bei Hannover erklärt im Interview, was beim Sammeln von Wildkräutern zu beachten ist und welche Wildkräuter besonders beliebt sind.

Natalie von meine ernte: „Tanja, warum erfreuen sich Wildkräuter einer so großen Beliebtheit?“
Tanja Reverey: „Das Kochen mit möglichst regionalen und frischen Zutaten bereitet viel Freude und ist ökonomisch und ökologisch wert- und sinnvoll. Wenn man diese Zutaten auch noch selbst im Garten oder beim Spazieren gehen sammeln kann, umso besser. Zudem enthalten viele Wildkräuter wesentlich mehr Vitamine und Mineralstoffe im Vergleich zum Kulturgemüse.

Somit kann der Speiseplan durch die Verwendung der Wildkräuter bestens ergänzt werden. Wildkräuter können fast das ganze Jahr gesammelt werden, bei milden Temperaturen auch im Winter - ein idealer Vitaminschub.“

Natalie von meine ernte: „Welche Kräuter stehen bei Dir hoch im Kurs?“
Tanja Reverey: „Im Frühjahr freue ich mich immer schon auf den Bärlauch und den Waldmeister. Nun im Sommer ernte ich in meinem Gemüsegarten Unkräuter, auch Wildpflanzen genannt, wie Melde, Hirtentäschelkraut und Vogelmiere, welche leicht erbsig schmeckt. Zudem sind viele Blüten essbar, wie die der Ringelblume, der Kornblume, des Borretsch, des Rukolas oder auch der Kapuzinerkresse. Man sagt der Kapuzinerkresse übrigens eine keimtötende und antibiotische Wirkung nach.“

Natalie von meine ernte: „So werden Kräuter für die Gesundheit eingesetzt - toll! Wie verarbeitest du die gesammelten Kräuter noch und wie können sie aufbewahrt werden?“
Tanja Reverey: „Am liebsten verarbeite ich sie frisch im Salat oder direkt aufs Brot. Einige Kräuter wie die Kamille eignen sich auch für Tees oder als hübsche Dekoration auf Gerichten, wie die oben genannten Blütenblätter. Man kann die Blüten auch trocknen, um sie später für Tees oder Aufgüsse zu verwenden. Die echte Kamille ist übrigens leicht mit der unechten zu verwechseln. Ein Unterschied ist, dass der Kopf der echten Kamille innen hohl ist. Am besten einfach den Geruchstest machen, wenn die Blume intensiv und kräftig riecht, dann handelt es sich um die echte Kamille.“
 

Natalie von meine ernte
: „Was sollte ich beim Sammeln beachten und wie informiere ich mich am besten?“
Tanja Reverey: „Ganz wichtig ist es, dass man genau weiß, was man sammelt, denn es gibt auch sehr giftige Wildpflanzen, die den essbaren Pflanzen sehr ähnlich sehen. Falls Unsicherheit bei der Bestimmung besteht, am besten Fach-und Wildkräuterkundige, Gärtner, Landwirte, Biologen oder Apotheker fragen, um auf Nummer sicher zu gehen. Desweiteren gibt es den Fuchsbandwurm, welcher bei einer Erhitzung ab 60 Grad abgetötet wird.
Viele Wildkräuter können gut im eigenen Garten oder auf dem Balkon kultiviert werden und somit hat man vitamin- und mineralstoffreiche Wildpflanzen gleich in der Nähe und weiß, wo und wie sie wachsen.
Für Interessierte werden heute immer mehr Führungen angeboten. Dadurch kann man die Flora und Fauna aus einem neuen Blickwinkel kennenlernen.
 
Darüber hinaus gibt es gute Bücher, wie „Essbare Wildpflanzen“ von Steffen Guido Fleischauer und verschiedene Publikationen von Eva Aschenbrenner. Viel Freude beim Entdecken und Ausprobieren essbarer Wildpflanzen wünsche ich Euch!" 
Natalie von meine ernte: „Vielen Dank für das Interview, Tanja!“

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