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Pflege

Natürlichen Dünger für Gemüsepflanzen selber machen

Zucchini

Haushaltsabfälle für den Garten nutzbar machen 


Viele Lebensmittelreste landen bei uns in der Biotonne oder auf dem Kompost. Einige enthalten dabei noch wertvolle Nährstoffe, die ideal als Futter für Gemüsepflanzen genutzt werden können. Neben Wasser und Licht sind Nährstoffe ein wichtiger Wachstumsfaktor. Besonders die starkzehrenden Gemüse wie Kürbis, Gurke und Zucchini freuen sich im Laufe der Gartensaison über zusätzliches Futter in Form von Dünger. 

Dünger aus der eigenen Küche ist eine einfache, schnelle und besonders umweltfreundliche Methode, die Gemüsepflanzen zu unterstützen.

Dabei solltest Du Acht geben, was Deine Gemüsepflanze für Bedürfnisse hat. Kaffeesatz und Eierschalen ergänzen sich sehr gut und liefern für unterschiedliche Pflanzen die Nährstoffe. 

Einfache, natürliche Hausmittel oder Mittel aus der Natur
Kaffeesatz
Eierschalen
Brennessel-Jauche
Kartoffel-Kochwasser

Kaffeesatz – Wundermittel für Deinen Gemüsegarten

Kaffee wird viel und gerne getrunken und dabei fällt immer Kaffeesatz an, den Du sammeln und als Dünger ausbringen kannst. Kaffeesatz ist reich an Kalium, Phosphor und Stickstoff, also an Stoffen, die Deine Pflanzen für ein gesundes Wachstum benötigen. 

Streue den abgekühlten Kaffeesatz einfach neben Deine Gemüsereihen und arbeite ihn anschließend in den Boden ein, damit er dort seine Wirkung nahe den Wurzeln entfalten kann. 

Kaffeesatz

Tipp: Trinkst Du selbst keinen Kaffee oder möchtest nicht erst mehrere Tage Kaffeesatz sammeln? Frage bei einem Café in Deiner Nähe nach! Dort fallen täglich große Mengen an sie füllen Dir bestimmt etwas in eine mitgebrachte Dose ab. 

Kaffeesatz vertreibt Ameisen und Schnecken

Ameisen und Schnecken mögen den Geruch von Kaffee nicht und meiden die Stellen, an denen Kaffeesatz ausgebracht wurde. Insbesondere bei Schnecken ist er, zumindest bis zum nächsten Regen, sehr wirksam. Daher empfehlen wir Dir, besser Kaffeesatz auszubringen als eine Bierfalle aufzustellen. 

Hochbeet

Eierschalen – übersäuerten Boden wieder neutralisieren

Eierschalen sind der Top-Kalklieferant für den Garten. Ein kalkreicher Dünger ermöglicht Deiner Gemüsepflanze eine einfache Aufnahme aller anderen Mineralstoffe aus dem Boden. Deine Rote Bete, Möhren, Bohnen und Erbsen sowie zahlreiche Kräuter freuen sich über eine zusätzliche Kalkzugabe.

Damit der Kalk aus den Eierschalen für die Pflanzen schnell zugänglich ist, solltest Du die Schalen pulverisieren. Dies geht in einem Mörser, Mixer oder mit dem Pürierstab. Das Eierschalenpulver lässt Du über ein paar Stunden im Wasser ziehen und gießt mit diesem Deine kalkliebenden Pflanzen.

Tipp: Eierschalen werden häufig auch gegen Schnecken im Garten eingesetzt. Diese mögen die scharfen Kanten von zerbröselten Schalen nicht und meiden diese. Grobe Eierschalen können der Pflanze jedoch nicht als Kalklieferant dienen, da das Zersetzen der Schale zu lange dauert, um in dieser Saison noch als Dünger zu dienen. 

Im Überblick - Düngen mit Eierschalen

  • Enthaltene Nährstoffe: Kalk, Zugang zu weiteren Mineralstoffen
  • Ideal für: Bohnen, Erbsen, Mangold, Möhren, Rote Bete, Schwarzwurzel, Zwiebeln, Schnittlauch und viele weitere Kräuter
  • Nicht geeignet für: Gurke, Tomate, Spinat, Kürbis (Diese Pflanzen reagieren empfindlich auf die direkte Kalkzugabe. Diese Beete können schon gut im Herbst mit Kalk angereichert werden.)
  • Menge: ca. 100 g auf 1 m² ausbringen, 2 Mal jährlich

Brennnesseljauche selbst herstellen

Markus

TIPP von Markus


Selbst angesetzte Pflanzenjauchen sind vielseitig einsetzbar. Richtig angewendet, düngen sie den Boden, stärken Dein Gemüse und vertreiben Schädlinge!

Pflanzen, die sich gut zur Ansetzung einer Jauche eignen, sind beispielsweise Brennnesseln, Beinwell, Ackerschachtelhalm oder Rainfarn. Aus Deinem Gemüsegarten eignen sich außerdem Zwiebeln oder Kapuzinerkresse. 

Brennnesseljauche ansetzen

Fülle eine Tonne oder ein Fass zu etwa zwei Dritteln mit den grob zerkleinerten Brennessel-Pflanzen und gieße bis etwa eine Handbreit unter dem Rand mit Regenwasser auf. Decke das Gefäß mit einem Drahtgitter ab, damit keine Vögel hineinfallen können oder stell einen großen Ast oder ein Brett in die Tonne, damit die Vögel wieder heraus finden.  Die Zugabe einer Handvoll Gesteinsmehl kann die Geruchsentwicklung etwas binden. Rühre die Jauche alle zwei bis drei Tage um. Wenn sich die Flüssigkeit nach etwa zwei Wochen dunkel verfärbt hat und beim Rühren nicht mehr schäumt, ist Deine Jauche fertig.

Schon nach wenigen Tagen beginnt der Gärungsprozess, der allerdings mit einer erheblichen Geruchsentwicklung einhergeht. Wenn Du die Möglichkeit dazu hast, solltest Du das Gefäß etwas abseits aufstellen.

Jauche ausbringen

Verdünne die Jauche im Verhältnis von 1:10 mit Wasser. Verwende die Gießkanne am besten ohne Gießaufsatz, damit Du die Jauche gezielt an der Stelle, an der die Pflanze aus dem Boden kommt, ausbringen kannst. Pflanzenjauchen sollten nicht bei Sonnenschein ausgebracht werden, weil sie sonst zu Verbrennungen an den Pflanzen führen können. Jauchen aus Brennnessel oder Ackerschachtelhalm eignen sich wegen ihres hohen Anteils an Kieselsäure auch als Mittel gegen Blattläuse, wenn Du Deine Pflanzen vorbeugend oder nach Befallsbeginn an den entsprechenden Stellen damit besprühst. Denke aber auch hier bitte daran, die Jauche zu verdünnen.

Alternativen zum selber ansetzen von Jauche

Wenn Du es lieber bequem magst, dann verwende doch ohne große Mühe und Wartezeit fertiges Extrakt. Das Schachtelhalm-Extrakt oder Brennessel-Extrakt kann man einfach dem Gießwasser zufügen.

Im Überblick - Düngen mit Brennnesseljauche

  • Enthaltene Nährstoffe: Stickstoff, Kalzium, Eisen, Magnesium
  • Ideal für: Tomaten, Kürbis, Zucchini, Paprika, Blumenkohl, Gurken, Kartoffeln, viele weitere Kohlsorten
  • Nicht geeignet für: Erbsen, Bohnen, Feldsalat, alle Kräuter
  • Menge: wie normales Gießen; ca. 2-3 Mal in der Saison

Kochwasser von Kartoffeln und anderem Gemüse

Beim Kochen von Gemüse und Kartoffeln werden die wertvollen Nährstoffe gelöst und verbleiben im Kochwasser. Wenn dieses nicht in der Küche genutzt wird, wird es meist weggegossen. Alle Nährstoffe in dem Gemüse können noch wachsenden Gemüsepflanzen als Nährstoffe dienen.

Wichtig ist der Verzicht auf Salz beim Kochen, da dieses für den Garten und Deine Pflanzen Gift ist. Solltest Du ohne Salz gekocht haben, kannst Du das abgekühlte Kochwasser zum Gießen nutzen.

Im Überblick - Kartoffelwasser


  •  Enthaltene Nährstoffe: Magnesium, Eisen, Phosphor
  •  Ideal für: alle Gemüsepflanzen, besonders Rosengewächse und Starkzehrer
  •  Nicht geeignet für: Kräuter
  •  Menge: 3 - 4 Mal jährlich

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