Radicchio

Radicchio ist eine Salatsorte, die aus Italien stammt. Es handelt sich dabei um eine Kulturform der Zichorie. Weitere bekannte Zicchoriensorten sind der Zuckerhut und der Chicoree. Die Blätter sind dunkelrot bis lila mit weißen Blattrippen und haben einen intensiven, leicht bitteren Geschmack. Die häufigste Sorte ist der Radicchio Rosso di Chioggia. Die rote Färbung entsteht durch Pflanzenfarbstoffe, die sich Anthozyane nennen. Die bittere Note kommt durch den enthaltenen Bitterstoff Lactucopikrin. Der Salat eignet sich sowohl für Rohkostgerichte als auch zum Kochen, zum Beispiel für traditionelle Pasta- und Risottogerichte. 

Boden & Standort

Radicchio ist ein Sonnenliebhaber

Radicchio bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort im Garten oder auf dem Balkon. Vermeide aber möglichst pralle Mittagssonne. Zum Anpflanzen solltest du einen lockeren, humus- und nährstoffreichen Boden wählen, so kann sich die Pflanze optimal ausbreiten. 

Einen mageren Boden solltest du mit einem Dünger mit organischer Langzeitwirkung oder mit Kompost anreichern. 

Aussaat & Pflanzung

Finde deine perfekte Radicchio Sorte!

In unseren Breitengraden wird Radicchio meist einjährig kultiviert, eigentlich handelt es sich aber um eine zweijährige Pflanze. Die Salatpflanze bildet eine starke Pfahlwurzel sowie eine meist kräftige Blattrosette aus. Hieraus entwickelt sich ein zunächst lockerer und später fester werdender Salatkopf mit länglich geformten Blättern. Im zweiten Jahr bildet die Pflanze aus dem Spross einen Blütenstand. 

 

Der Zeitpunkt für die Aussaat von Radicchio hängt von der Sorte ab. Es gibt Sorten, die im Sommer und Herbst geerntet werden und Sorten, die sich für die Überwinterung eignen und die im Frühjahr geerntet werden. Wir empfehlen für den heimischen Anbau die erste Variante, da sich das deutsche Klima nicht so gut für die Überwinterung eignet wie Italien, das Ursprungsland des Radicchio. Der mag es nämlich gerne warm. In milderen Gebieten Deutschlands lassen sich winterharte Sorten auch in der kälteren Jahreszeit unter Vlies, in Folientunneln oder im Gewächshaus anbauen. 

Du solltest den Radicchio auf jeden Fall vorziehen, damit kannst du bereits ab März starten. So haben die Jungpflanzen einen Vorsprung beim Auspflanzen und du kannst dich früher über deine Ernte freuen. 

Die frühen Sorten, dazu zählen u.a. „Palla Rossa“ und „Medusa“, kannst du von Mitte / Ende Mai (nach den Eisheiligen) bis Mitte Juli aussäen, spätere Sorten Anfang Juli. Ideal ist eine Pflanzung direkt ins Freiland mit 30 Zentimeter Abstand zwischen den Reihen und in ein bis zwei Zentimeter Tiefe. Die Pflanzen selbst sollten einen Abstand von ca. 25 Zentimetern haben. Am besten eignet sich eine Temperatur von 20 Grad Celsius für die Aussaat, danach gedeihen die Pflanzen bei 16 bis 20 Grad. Nach dem Auspflanzen solltest du die Erde gut angießen. Wichtig ist eine konstante Temperatur über 16 Grad für die Pflanzen.

Saattiefe: 1-2 cm
Pflanzabstand: 25 cm
Reihenabstand: 30 cm
Auspflanzen ins Beet: Mitte / Ende Mai bis Anfang Juli
Kulturdauer/Erntereif: ca. 10-12 Wochen nach dem Keimen 

Gute Nachbarn: Bohnen, Dill, Fenchel, Petersilie, Radieschen, Sellerie, Zwiebeln
Schlechte Nachbarn: Radicchio mag alle Pflanzen-Nachbarn

Pflege

Immer schön gießen, aber Staunässe vermeiden

Radicchio verträgt keine Trockenheit, daher solltest du vor allem im Hochsommer auf ausreichende Wasserzufuhr achten und regelmäßig gießen. Wichtig ist aber, Staunässe zu vermeiden, da die Wurzeln sonst anfangen zu schimmeln. Wenn du bereits bei der Auspflanzung gedüngt hast, ist eine weitere Düngergabe in der Anbauphase nicht nötig. Zudem empfiehlt es sich, den Boden in regelmäßigen Abständen aufzulockern, damit das Wasser gut in die Erde eindringen kann. 

Ernte

Der perfekte Herbst- und Wintersalat

Frühe Radicchio-Sorten kannst du bereits ab September ernten, spätere bis in den November. Die winterharten Sorten dann im Frühjahr. Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen rund vier Monate. Benutze zum Ernten am besten ein scharfes Messer und schneide den Kopf über dem Boden ab. Du kannst auch einzelne Blätter abernten und damit den Salat länger im Beet frisch halten.

Weitere Tipps zum Thema Ernte hier für dich zusammengestellt.

Krankheiten & Schädlinge

Leg dir ein Kulturschutznetz zu, um Mitesser abzuwehren

Braune oder faulende Blattränder beim Radicchio weisen auf Kalziummangel oder Staunässe hin. Wenn die Wurzeln angenagt sind, deutet dies auf Erdraupenbefall hin. Pflanzenschutzmaßnahmen braucht es aber in der Regel selten. 

Um deine Radicchio-Pflanzen von Blattläusen oder Mottenschildläusen (Weiße Fliege) zu schützen, solltest du auf eine zu hohe Stickstoffgabe verzichten und Pflanzenreste im Beet immer schnell entfernen. Am besten schützt du ihn zudem mit natürlichen Fressfeinden wie Marienkäfer oder Schlupfwespen. Auch Minierfliegen können den Radicchio befallen. Um das zu verhindern, empfehlen wir dir den Einsatz eines Kulturschutznetzes mit einer Maschenweite von 0,85 mm. 

Gegen Schnecken wappnest du dich am besten, in dem du den Boden regelmäßig bearbeitest und mit einem Schneckenzaun oder eine Drainage für dein Salatbeet arbeitest. Als sehr erfolgreich gegen Schnecken hat sich Schneckenkorn erwiesen. 

Aufbewahrung

Der langlebigste Salat aller Zeiten

Der Salat eignet sich gut für eine längere Lagerung im Kühlschrank. Hier kannst du ihn bis zu vier Wochen aufbewahren. 

Steffis Tipp: Ernte den Radicchio mit der Wurzel!

Möchtest du deinen Salat länger einlagern, ernte ihn mit den Wurzeln. So kannst du ihn an einem trockenen, kühlen Ort, z.B. im Keller, über mehrere Monate lagern.  
Steffi, Salatfeinschmeckerin

Nährstoffe, Verarbeitung & Rezepte

Eine wahre Mineralstoffbombe

  • Enthält sehr viel Vitamin A und fördert somit die Sehkraft und sorgt für schöne, gesunde Haut
  • Der Bitterstoff Intybin kurbelt die Produktion von Verdauungssäften an
  • Senkt den Cholesterinspiegel
  • Liefert einen ausgewogenen Mix auf Mineralstoffen, wie Calcium, Magnesium und Phosphor, wovon Zähne, Knochen, Muskeln und Nerven profitieren
  • Stärkt die Abwehrkräfte durch den Ballaststoff Inulin
  • Verfügt über einen hohen Vitamin C- Gehalt

Radicchio Rezepte – mehr als nur Salate

Gebratener Radicchio

Radicchio waschen und längs so in Spalten schneiden, dass diese noch vom strunk zusammengehalten werden. Knoblauch je nach Geschmack in Stifte schneiden und in etwas Olivenöl anschwitzen. Anschließend den Knoblauch dazugeben, bis er bissfest ist, mit Salz und Pfeffer würzen. Fertig!

Radicchio- Orangen Salat

Hobel einen Kopf Radicchio und 2 Möhren in feine Streifen. Füge eine kleine Dose Orangen hinzu. Vermische alles mit etwas Olivenöl, Reisessig, 1TL Senf und etwas Salz und Pfeffer. Einfach und nahrhaft!

Penne mit Radicchio & Walnüssen

Penne bissfest kochen. Walnüsse rösten. 250ml Gemüsebrühe mit 100 ml Orangensaft, dem Abrieb eine Orange und einer Knoblauchzehe aufkochen. 3 TL Speisestärke einrühren und köcheln lassen.  Radicchio waschen und in ½ cm dicke Streifen schneiden. Alles vermengen, salzen und pfeffern und schmecken lassen!

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