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Schlechte Ernte: Die 7 häufigsten Gründe und worauf du als Selbstversorger achten solltest
Knackiger Salat, leuchtend-orange Karotten oder geschmackvolle Tomaten – das ist der Traum eines jeden Hobbygärtners und Selbstversorgers. Doch nicht immer gelingt die Ernte. Und je mehr Zeit, Arbeit und Geduld in den eigenen Garten investiert wurden, desto deprimierender ist es, wenn Obst und Gemüse nicht so gedeihen wollen, wie man sich das vorgestellt hätte. Die schlechte Nachricht: Es gibt vielfältige Gründe, warum die Ernte zu wünschen übriglässt. Die gute Nachricht: Es gibt auch eine Vielzahl an Tipps und probaten Mitteln, damit sich das wieder ändert. Wir stellen dir die acht häufigsten Gründe für eine schlechte Ernte vor und zeigen dir, worauf du achten solltest.
1. Zu früh loslegen
Zugegeben: Locken uns die ersten warmen Sonnenstrahlen zu Jahresbeginn vermehrt nach draußen, so können wir es kaum erwarten, wieder mit dem Gärtnern loszulegen. Viele ziehen schon kurze nach Weihnachten erste Pflänzchen drinnen auf der Fensterbank. Doch diese Vorgehensweise hat ihre Tücken, denn vielen Obst- und Gemüsesorten, die so heranwachsen, fehlt genügend Licht. Die Folge: Das Gemüse wird dünn und lang, anstatt kräftig. Besser ist es daher, zumindest bis März zu warten. Wer die nötige Geduld nicht aufbringen kann, sollte zumindest auf Pflanzleuchten setzen. Mit manchen Gemüsesorten solltest du sogar noch länger warten – nämlich bis sich der Nachtfrost verzogen hat, was meistens im Mai der Fall ist. Dazu zählen etwa Gurken oder Tomaten.
2. Falsch anpflanzen
Nicht nur der richtige Zeitpunkt spielt eine Rolle, sondern auch die Anbaufläche, oder besser gesagt, wie diese genutzt wird. Denn viele Hobbygärtner machen den Fehler, die Pflanzen sehr eng zu setzen, um möglichst viele davon unterzubekommen. Doch vielen Pflänzchen gefällt das gar nicht, denn so können sie nicht ordentlich gedeihen, schießen entweder aus Platznot in die Höhe oder entwickeln sich schlecht. Viele davon sind auch anfälliger für Krankheiten. Informiere dich daher vorab genau über Pflanzabstände. Hast du es dennoch einmal übertrieben, so reiße schwache Pflanzen heraus und halte dir folgende Devise vor Augen: Weniger ist mehr. Doch keine Sorge: Auch wenn du im eigenen Garten nur eine begrenzte Fläche für deine kulinarischen Schätze zur Verfügung hast, so kannst du trotzdem eine reiche Ernte erzielen – zum Beispiel mit verschiedenen Kulturen: Entscheide dich für eine Hauptkultur, die aus Pflanzen besteht, die mehr Zeit zum Wachsen brauchen, sowie einer Vor- und Nachkultur, die rascher reif ist. Für erstere sind Kartoffeln, Karotten, Tomaten oder Gurken prädestiniert. Als Vorkultur eignen sich Radieschen, Spinat oder Kresse, im Nachgang pflanzt du am besten Feldsalat, Lauch oder Chinakohl. Vergiss auch nicht auf Kletterhilfen! Tomaten, Gurken, Bohnen oder Melonen freuen sich über diese Vorrichtungen.
3. Falschen Standort wählen
Die Sonne ist nicht nur für uns Menschen essentiell, sondern auch für die meisten Obst- und Gemüsesorten. Nur wenige Pflanzen kommen auch mit Halbschatten zurecht – dazu zählen etwa Spinat und Salat. Die Mehrheit aber verlangt mindestens sechs Stunden Sonne pro Tag – und das ist vielen Anfängern nicht bewusst. Achte beim Anpflanzen daher auf den richtigen Standort und lege deinen Gemüsegarten nur dort an, wo es auch Sinn macht. Eine mobile Alternative hierzu sind Töpfe oder kleine Hochbeete, die du auch auf der Terrasse oder auf dem Balkon platzieren kannst. Übrigens: Auch Pflanzen, die sich in unmittelbarer Nähe befinden, beeinflussen sich gegenseitig. Achte also auch auf die jeweiligen Nachbarn und deren Besonderheiten und Bedürfnisse.
4. Zu wenig Nährstoffe im Boden
Auch der Boden muss passen. Und hierbei spielen vor allem Nährstoffe eine essentielle Rolle. Denn ohne die geht gar nichts. So mancher Selbstversorger schenkt dem Boden allerdings zu wenig Aufmerksamkeit. Auf der sicheren Seite bist du, wenn du den Boden, auf dem dein Obst und Gemüse gedeihen soll, mit Kompost düngst – und zwar zu jeder Jahreszeit. Viele Pflanzen haben in Bezug auf den Boden noch weitere Vorlieben, die du kennen solltest. Lasse dich hierzu am besten von einem Gärtner beraten.
Foto: Karolina Grabowska/pexels.com
5. Falsch gießen
Wasser ist Leben – das gilt auch für Pflanzen. Doch viele machen den Fehler, ihre Pflänzchen zu ertränken oder ihnen einen staubtrockenen Boden zuzumuten. Als Faustregel gilt: Lieber seltener und dafür durchdringender gießen, als die Pflanzen häufiger, jedoch mit wenig Wasser zu versorgen. Konzentriere dich dabei auf die Wurzelballen und die ersten Stunden des Tages. So hältst du Pilzerkrankungen sowie unliebsame Gäste wie Schnecken besser in Zaum. Drohen deine Pflanzen auszutrocknen, so schütze sie am besten mit einer Schicht aus Mulch.
6. Unliebsame Gäste ignorieren
Apropos unliebsame Gäste: Einmal pro Woche solltest du deine Pflänzchen auf Schädlinge kontrollieren. Je nachdem, wer sich an deiner Botanik vergreift, genügt es mitunter schon, den Tierchen mit dem Gartenschlauch zu Leibe zu rücken oder mit Hausmitteln ans Werk zu gehen. Ein Tee aus Rosmarin, Thymian und Lavendel, mit dem du die Pflanzen übergießt, schmeckt den Schnecken gar nicht. Oder du setzt auf Giftpflanzen wie Maiglöckchen, Eisenhut, Fingerhut oder Wolfsmilch-Arten, die wie eine natürliche Schnecken-Barriere funktionieren. Andere schwören wiederum auf eine Schicht aus Sägemehl und Kalk, die rund um die Beete gestreut wird. Entfernen solltest du auch unliebsames Kraut, das deinen Gemüse- und Obstsorten wichtige Nährstoffe und Licht wegnehmen könnte. Jäte Unkraut immer bevor es blüht oder Samen ausbildet.
7. Pflanzen nicht stärken
Das Thema Vorbeugung berücksichtigen viele im Garten leider nicht ausreichend – dabei spielt es eine wichtige Rolle. Denn sind Pflanzen erst einmal stark von Krankheiten oder Schädlingen befallen, lässt sich die Ernte nicht immer retten. Deshalb lohnt es sich, schon früh auf gute Wachstumsbedingungen und widerstandsfähige Pflanzen zu achten.
Eine Möglichkeit sind Pflanzenstärkungsmittel. Sie dienen unter anderem dazu, die allgemeine Widerstandsfähigkeit von Pflanzen gegenüber Schadorganismen zu erhöhen oder Pflanzen vor nichtparasitären Beeinträchtigungen zu schützen. Anders als Pflanzenschutzmittel sind sie nicht dafür bestimmt, Krankheiten oder Schädlinge direkt zu bekämpfen.
Pflanzenstärkungsmittel können unterschiedliche Inhaltsstoffe enthalten. Dazu gehören auch Präparate auf Basis von Mikroorganismen, beispielsweise mit bestimmten Bakterien oder Pilzen. Je nach Produkt und enthaltenen Mikroorganismen können sie unterschiedliche Funktionen erfüllen.
Wichtig ist, dass du Pflanzenstärkungsmittel entsprechend den Herstellerangaben verwendest. Wie häufig und auf welche Weise sie angewendet werden sollten, hängt vom jeweiligen Präparat ab. Manche Produkte werden auf die Blätter gesprüht, andere über das Gießwasser ausgebracht. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung, geeignete Standortbedingungen und die richtige Pflege bleiben dabei entscheidend für die Entwicklung deiner Pflanzen.
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