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besser leben

Unkraut Löwenzahn? - Für uns der König der Wildkräuter!

Löwenzahn - eine Pflanze, die ihrem Namen alle Ehre macht und sich stolz auf Hof und Wiese, am Wegesrand und auf dem Schuttplatz durchsetzt. Um den leicht herben Geschmack des Korbblütlers genießen zu können müssen wir also nicht erst in der afrikanischen Steppe auf die Jagd gehen, sondern können uns in heimischen Gefilden auf die Suche machen. Dort fällt der Löwenzahn (Taraxacum officinale) besonders in der Blütezeit von April bis Juni durch seine leuchtend gelbe Mähne auf. Das ganze Jahr über präsentiert er seine wie (Löwen)Zähne gezackten Blätter. Zum Leid einiger Gärtner setzt sich die Gewürzpflanze aber auch im Garten oder sogar im bepflanzten Beet durch. Dort gilt es, den Löwenzahn zu zähmen und für sich zu nutzen.

Aberglaube und das Spiel mit der Pusteblume

Heute macht es jedes Kind - die Früchte des Löwenzahns mit ihren vielen kleinen Fallschirmchen pflücken und in alle Himmelsrichtungen pusten. Man mag es kaum glauben, dass noch vor wenigen Jahrzehnten junge Mädchen die Schirmchen in den Wind verteilten und anhand der verbliebenen Stände die noch bleibenden Lebensjahre ablasen. Auch der Farbe des Fruchtbodens unter den Schirmchen wurde eine Bedeutung beigemessen. Bei einem schwarzen Fruchtboden kam man ins Fegefeuer und bei einem weißen in den Himmel. 

Ob Kinderspiel oder Aberglaube - dem Löwenzahn dienen die Pusteblumen zur Verbreitung der Samen und dank der fliegenden Schirmchen lassen sie sich weit über die Felder verteilen.

Gesundheitsfördernde Wirkung 

Wir von meine ernte haben uns auch auf die Pirsch gelegt und konnten tatsächlich zahlreiche Pflanzen entdecken. Warum wir Euch auch auf die Jagd nach diesem Kraut schicken wollen? Wir sehen im Löwenzahn einen hohen gesundheitsfördernden Nutzen, den sich jeder leicht zu eigen machen kann.

Löwenzahn wirkt erwiesenermaßen anregend auf die Verdauungsorgane, wie Leber, Niere und Galle, und kann Verdauungsprobleme insbesondere bei der Fettverdauung mildern. Die Bitterstoffe, welche der Pflanze ihren typischen herben Geschmack verleihen, regen den Speichel und die Magensekrete und somit auch den Appetit an. Die enthaltenden Flavonoide und das Kalium wirken harntreibend. Bei Harnwegserkrankungen kann Löwenzahn vorbeugend und ergänzend zu einer medizinischen Behandlung eingesetzt werden.

Durch einen hohen Anteil an Vitaminen, Eisen und Mineralstoffen hat Löwenzahn in jeglicher Form (roh oder gekocht) eine anregende, belebende und gesundheitsfördernde Wirkung.  

Löwenzahn - Praxistipps für mutige Jäger

Die beste Erntezeit ist im Frühjahr, da gilt es die zartesten Pflänzchen zu erwischen.

Ernten kann man alle Pflanzenteile des Löwenzahns. Die Wurzeln, welche sich trocken zu Tee aufgießen lassen, können im Frühling oder Herbst geerntet werden. Dafür wird die ganze Löwenzahn-Pflanze aus der Erde gezogen, die Wurzel abgeschnitten und getrocknet. 

Für Blätter und Blüten ist das Frühjahr der beste Erntezeitpunkt. Dabei schmecken die jungen, hellgrünen, zarten Blätter wesentlich milder als die kräftigeren. Beide können einen Salat mit ihrem würzigen Geschmack gut ergänzen oder in grüne Smoothies gemixt oder als Pesto genossen werden. 

Löwenzahn - DIY

Hat man den prächtigen Löwenzahn einmal eingefangen, geht es an die Verarbeitung. Auch wir haben uns mal an einen Löwenzahn-Tee gewagt und ein paar Rezeptideen zusammengestellt.

Löwenzahn-Wurzel-Tee: 
  1. Gesammelte Wurzeln längs in Streifen schneiden
  2. An einem luftig warmen Ort für wenige Tage trocknen
  3. In einem Glas aufbewahren
  4. Nach Bedarf: 2 TL Wurzeln pro Tasse in kaltem Wasser über Nacht ziehen lassen
  5. Den Sud morgens kurz aufkochen lassen und Wurzeln abseihen


Löwenzahn-Pesto 

Man benötigt:

  • 100 g Löwenzahnblätter
  • 30 g Käse (Parmesan)
  • 70 g Pinienkerne
  • 120-150 ml Sonnenblumenöl
  • Knoblauch, Salz Pfeffer

So wird´s gemacht: 

Die Löwenzahnblätter waschen, abtrocknen und in Streifen schneiden. Den Knoblauch pellen und pressen. Die Pinienkerne leicht anrösten und mit einem Pürierstab zerkleinern. Die restlichen Zutaten zu den Pinienkernen geben und alles pürieren bis eine einheitliche Masse entstanden ist. Das Pesto hält sich gut mit einem zusätzlichen abdeckenden Schuss Öl in einem Schraubglas im Kühlschrank. Die Menge der Pinienkerne kann je nach Würze des Löwenzahns angepasst werden. 

Lecker ist auch

ein Essig-Öl-Dressing mit ein paar frisch gehackten Löwenzahnblättern oder eine Grillsauce, die durch den bitteren Geschmack der Blätter verfeinert wird. 

Schon gewußt?

  • Auch der Löwenzahn kann bissig sein und bei einigen Menschen allergische Symptome auslösen! Ebenso sollten Personen mit bekannten Gallen- oder Nierenbeschwerden es lieber nicht wagen, den Löwenzahn zu zähmen
  • Das Sammeln für den Verzehr bietet sich auf abgelegenen Wiesen an, um eine erhöhte Schadstoffbelastung zu vermeiden
  • Löwenzahnblätter können ganz unterschiedlich geformt sein, von stark gezackt bis rundlich

Wir finden...

Das würzige Kraut verfeinert jeden Salat oder Sauce mit seinem einzigartigen Geschmack und durch die einfache Beschaffung ist Löwenzahn für uns eine wundervolle Ergänzung für die Frühjahrs-Küche. Viel Spaß beim Suchen! 

Und für all diejenigen, die beim Lesen direkt an die bekannte TV-Sendung mit Peter Lustig gedacht haben, kommt hier ein kleiner Ohrwurm - viel Spaß beim Mitsummen!