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Pflege

Natürliche Düngung & Pflanzenstärkung

Warum ist Düngen notwendig?

Mit jeder Ernte, die Du aus Deinem Gemüsegarten holen, entnimmst Du dem Boden die Nährstoffe, die nun in Deiner Ernte sind. Aus diesem Grund muss ein gärtnerisch oder landwirtschaftlich genutzter Boden gedüngt werden. Wir empfehlen, im Laufe der Saison Deinen Starkzehrern, also dem Gemüse, das viele Nährstoffe benötigt, mit einer Nachdüngung nachzuhelfen. Zu den Starkzehrern zählt man etwa Kartoffel, Gurke, Zucchini, Kürbis, Zuckermais oder Kohl.
Der Handel hält eine Reihe von verschiedenen Düngemitteln bereit. Grundsätzlich kann man zwischen mineralischem und organischem Dünger unterscheiden.
Bei mineralischem Dünger liegen die Nährstoffe (wie die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium) in mineralischer Form, also als Salze, vor. Sie können so sehr schnell von den Pflanzen aufgenommen werden, sind allerdings problematisch für die Umwelt. Beachte deshalb bitte, dass auf den meine ernte Flächen der Einsatz von Mineraldüngern nicht gestattet ist.
Wir empfehlen den Einsatz von organischem Dünger. Hierbei handelt es sich um Produkte tierischen oder pflanzlichen Ursprungs. Beispiele hierfür sind Wirtschaftsdünger, also in der Landwirtschaft anfallende Substanzen wie Mist, Stroh oder Futterreste, aber auch Kompost, Hornspäne oder Pflanzenjauchen.

Organischer Dünger

Organischer Dünger muss erst von den Mikroorganismen im Boden umgesetzt werden, die die enthaltenen Nährstoffe aufschließen und für die Pflanzen verfügbar machen. Daher ist die Wirkung nicht unmittelbar, sondern erst nach einer gewissen Zeit spürbar. Das Ergebnis ist dafür langfristiger, und die Nährstoffe können nicht so leicht ausgewaschen werden.
Zudem sind die meisten organischen Dünger wichtig für die Humusbildung. Neben der Grundversorgung mit Nährstoffen sorgt Humus auch für eine gute Bodenstruktur. Das bedeutet, dass genügend Luft in den Boden kommt, was für das gesamte Bodenleben wichtig ist, und dieser auch besser Wasser halten kann. Auch die Einarbeitung Deiner Erntereste ist eine organische Düngung. Die abgestorbenen Pflanzenteile werden von den Bodenlebewesen, wie etwa dem Regenwurm, umgesetzt, die Nährstoffe für die Pflanze verfügbar gemacht und es bildet sich Humus.
Am einfachsten ist es, Deinen Gemüsegarten mit den überall im Handel erhältlichen Hornspänen nachzudüngen. Hornspäne versorgen Deinr Gemüse zuverlässig über einen längeren Zeitraum vor allem mit Stickstoff.

Hausmittel für den Garten

Dein Garten bietet eine eigene Apotheke, sollte mal eine Pflanze schwächeln oder sich Schädlinge zeigen. Vieles, was dort gewollt oder von alleine wächst, kannst Du nutzen, um Deine Pflanzen zu stärken.
Eine schöne Methode ist hierbei, die Wirkstoffe in Wasser zu überführen und so bequem durch Gießen oder Spritzen auszubringen. Hierbei kann unterschieden werden, wie und wie lange die Mittel in Wasser vorbereitet werden.
Zerkleinere für einen Tee oder Sud beispielsweise Zwiebelschalen oder Knoblauch und übergieße die Pflanzen mit heißem Wasser. Lasse den Sud einen Tag lang ziehen und besprühe diesen nach dem Sieben etwa in einem Zerstäuber im Verhältnis von 1:5 mit Wasser zur Pilzabwehr auf die gewünschten Pflanzen.
Bei einer Brühe ziehen die Pflanzen 24 Stunden in Wasser, bevor Du sie noch einmal eine halbe Stunde aufkochst und nach dem Abkühlen im Verhältnis von 1:10 verdünnt ausbringst. Aus Rhabarberblättern lässt sich eine toll riechende Brühe herstellen, die Du zur allgemeinen Stärkung der Pflanzen spritzen kannst.
Eine weitere Möglichkeit ist ein Kaltwasserauszug. Hier werden die Pflanzenteile wie etwa Beinwell bis zu drei Tage in Wasser eingelegt, welches dann unverdünnt als Dünger ins Beet oder auf den Kompost gegossen wird.
Die effektivste, aber auch langwierigste Methode, ein Pflanzenstärkungsmittel anzusetzen, ist die Herstellung einer Jauche.

Pflanzenjauchen

Selbst angesetzte Pflanzenjauchen sind vielseitig einsetzbar. Richtig angewendet, düngen sie den Boden, stärken Dein Gemüse und vertreiben Schädlinge!
Pflanzen, die sich gut zur Ansetzung einer Jauche eignen, sind beispielsweise Brennnesseln, Beinwell, Ackerschachtelhalm oder Rainfarn. Aus Deinem Gemüsegarten eignen sich außerdem Zwiebeln oder Kapuzinerkresse. Fülle hierfür eine Tonne oder ein Fass zu etwa zwei Dritteln mit den grob zerkleinerten Pflanzen und gieße alles dann bis etwa eine Handbreit unter dem Rand mit Regenwasser auf. Decke das Gefäß mit einem Drahtgitter ab, damit keine Vögel hinein fallen können. Schon nach wenigen Tagen beginnt der Gärungsprozess, der leider mit einer erheblichen Geruchsentwicklung einhergeht. Wenn Du die Möglichkeit dazu hast, solltest das Gefäß also abseits aufstellen. Die Zugabe von einer Handvoll Gesteinsmehl kann die Geruchsentwicklung etwas binden. Rühre die Jauche alle zwei bis drei Tage um. Wenn sich die Flüssigkeit nach etwa zwei Wochen dunkel verfärbt hat und beim Rühren nicht mehr schäumt, ist Deine Jauche fertig.

Jauche ausbringen: Verdünne die Jauche im Verhältnis von 1:10 mit Wasser. Pflanzenjauchen sollten nicht bei Sonnenschein ausgebracht werden, weil sie sonst zu Verbrennungen an den Pflanzen führen können. Verwende die Gießkanne am besten ohne Gießaufsatz, damit Du die Jauche gezielt an der Stelle, an der die Pflanze aus dem Boden kommt, ausbringen kannst.

Jauchen aus Brennnessel oder Ackerschachtelhalm eignen sich wegen ihres hohen Anteils an Kieselsäure auch als Mittel gegen Blattläuse, wenn Du Deine Pflanzen vorbeugend oder nach Befallsbeginn an den entsprechenden Stellen damit besprühst. Denke aber auch hier bitte daran, die Jauche zu verdünnen. Auch wird Dein Gemüse so robuster und damit weniger anfällig für Mehltau oder andere Pilzkrankheiten.

Kaffeesatz – Wundermittel für Deinen Gemüsegarten

Kaffee wird viel und gerne getrunken und dabei fällt immer Kaffeesatz an, den Du sammeln und als Dünger ausbringen kannst. Kaffeesatz ist reich an Kalium, Phosphor und Stickstoff, also an Stoffen, die Deine Pflanzen für ein gesundes Wachstum benötigen.

Streue den abgekühlten Kaffeesatz einfach neben Deine Gemüsereihen und arbeite ihn anschließend in den Boden ein, damit er dort seine Wirkung nahe den Wurzeln entfalten kann.

Diese Form der Düngung eignet sich auch hervorragend für Deine Zimmerpflanzen. Dafür empfiehlt es sich, die Blumenerde bereits vor dem Pflanzen mit Kaffeesatz zu durchmischen. Aber auch eine anschließende Gabe auf die Erde ist wirkungsvoll. Du kannst Deine Zimmerpflanzen auch mit etwas Wasser gießen, dem Du eine sehr kleine Menge von Kaffeesatz beimengst. Achte darauf, dass keine Pulverreste auf den Blättern liegen bleiben.

Kaffeesatz vertreibt Ameisen und Schnecken: Ameisen und Schnecken mögen den Geruch von Kaffee nicht und meiden die Stellen, an denen Kaffeesatz ausgebracht wurde. Insbesondere bei Schnecken soll er sehr wirksam sein, daher empfehlen wir Dir, besser Kaffeesatz auszubringen als eine Bierfalle aufzustellen.

 

 

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