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Gartenwissen

Obstbaum kaufen

Diese 6 Fragen solltest du dir im Vorfeld unbedingt stellen

Was ist reizvoller als ein Garten, in dem du an allen Ecken und Enden pflücken und naschen kannst? Kräuter, Beerenobst und Nüsse sind Pflicht für einen solchen Naschgarten, aber ein Obstbaum ist die Krönung. Unter seinen Zweigen kannst du im Schatten die Seele baumeln lassen, und Jahr für Jahr unbelastetes Lieblingsobst ernten.
Ein paar Leitfragen solltest du dir jedoch unbedingt stellen, bevor du einen Obstbaum pflanzen willst. Schließlich handelt es sich um eine Entscheidung fürs Leben.
Mit diesen Fragen kann nichts mehr schief gehen.

Eine Streuobstwiese gehört doch eigentlich in jeden schönen Garten

1. Welche Sorte soll ich anbauen?

Mache dir Gedanken, welche Früchte du gern und viel isst. Denke auch an deine Familienmitglieder. Vielseitige Klassiker unter den Obstbäumen sind Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen. Ihre Früchte lassen sich zu Marmelade und Kompott verarbeiten, sowie frisch verzehren. Nicht alle Obstsorten sind unverarbeitet lagerfähig. Eingelagertes Obst kann dir aber im Winter mit Frische und Vitaminen gute Dienste leisten.

Äpfel
Birnen
Kirsche

Heimvorteil

Wer es ausgefallener mag und in begünstigten, milden Klimazonen lebt, darf auch zu Feigen, Kiwis oder Quitten greifen. Diese Obstsorten sind reizvoll und unkompliziert im Anbau und verleihen deinem Garten ein wenig südliches Urlaubsflair. Und statt für z. B. importierte Feigen viel Geld zu bezahlen, kannst du sie im vom reichtragenden Baum im Garten im Vorbeigehen ernten und sicher sein, dass sie unbelastet sind.

2. Wie viel Platz braucht ein Obstbaum?

Kleine Sorten schaffen Raum für Diversität

Der Platzbedarf von hochstämmigen Obstsorten wird meist unterschätzt. Bedenke, dass du für einen Apfelbaum oder Kirschbaum, neben dem eigentlichen Platzbedarf von ca. 10 bis 12 qm für die Krone zusätzlich zwei Meter zum nächsten Hindernis, also einem Zaun oder einem anderen Baum berechnen musst. Es gibt im Handel Zwergsorten, Spindelbäume und Spalierobst, die deutlich weniger Platz brauchen. 

Grundsätzlich hast du für ein und dieselbe Obstsorte die Wahl zwischen den klassischen Hochstämmen, niedrigeren sogenannten Halbstämmen und den sehr kleinen Buschbäumen. Allerdings gibt es nicht alle Obstsorten in allen Wuchstypen. Einen ersten Anhaltspunkt gibt unsere Tabelle, nähere Informationen bekommst du in der Baumschule.

Hoch-/Halbstamm Buschbaum Spindelbaum
Apfel & Süßkirsche 10 x 10 m 4 x 4 m 3 x 3 m
Birne 12 x 12 m 6 x 6 m
Pfirsich 12 x 12 m 4,5 x 4,5 m
Pflaumen 8 x 8 m 5 x 5 m

Diese kleinen Wuchsformen sind auch für dich attraktiv, wenn du mehr als eine Baumobstsorte pflanzen möchtest. Kleinwüchsige Sorten haben zusätzlich den Vorteil, dass sie sich leichter abernten und schneiden lassen.

Unterschätze nicht den Raum, den dein Obstbaum mit Krone einnimmt

3. Braucht mein Baum bestimmte Nachbarn, um Früchte zu tragen?

Manche Obstsorten brauchen einen „Partnerbaum“ in der Nähe, um Früchte bilden zu können. Informiere dich vor der Pflanzung deines Baumes darüber, ob es sich bei deinem Wunschbaum um eine selbstbefruchtende oder um eine fremdbefruchtende Sorte handelt. Bei Sorten, die sich nicht oder schlecht selbst befruchten können, ist es ratsam, einen zweiten Baum der gleichen Art zu pflanzen. Sieh dich auch in der Nachbarschaft nach einem geeigneten Partnerbaum um.

4. Wann trägt mein Baum die ersten Früchte?

Obst to-go – Wie eilig hast du es?

Ein junger Obstbaum ist bei Kauf in der Regel ca. drei Jahre alt. Doch nicht alle Obstbäume tragen bald nach ihrem Einpflanzen Früchte. Pflaumen, Reineclauden und die meisten Apfelbäume brauchen einige Jahre, bis sie dich mit ihren Früchten beschenken. Kirschen und Pfirsiche tragen oft schon im Jahr nach ihrem Einsetzen. Lass dich hierzu beraten und frage dich, wie viel Geduld du bis zur ersten Ernte deines Lieblingsobsts aufbringen möchtest.

5. Soll ein Baum mehr für mich sein als nur Obstlieferant?

Das Auge isst mit

Obstbäume bieten nicht nur einen Nährwert, sondern oftmals auch einen Zierwert und nicht jeder sieht den Obstanbau rein pragmatisch. Ästheten freuen sich, wenn sie im Frühjahr von weißen und rosa Wolken der Rosengewächse, zu denen Apfel, Birne, Kirsche, Quitte und Pflaume gehören, beglückt werden. Bei anderen Bäumen sind besonders die Fruchtstände reizvoll. Die Früchte der Quitten leuchten goldgelb bis in den späten Herbst hinein, die – für Menschen gekocht genießbaren, schmackhaften und gesunden - Apfelfrüchte der Ebereschen strahlen in dichten Trauben orange-rot unter dem dunklen Laub hervor und Kiwis erfreuen durch ihren haptischen Reiz. Spalierobst berankt darüber hinaus lecker und dekorativ eine ansonsten kahle Hauswand. Beziehe in deine Überlegungen ein, ob die Optik des zukünftigen Baumes für dich eine Rolle spielt.

Die rosafarbenen Kirschblüten machen Freude auf deine Ernte

6. Woran erkenne ich einen gesunden Baum?

Augen auf beim Obstbaumkauf 

Wenn du deine Auswahl getroffen hast, kannst du dich in unserem Shop oder im Fachhandel umsehen. Auch Bäume aus der Baumschule solltest du gründlich inspizieren, bevor du sie kaufst. Achte darauf, dass sie gerade gewachsen sind. Die Krone sollte zwei bis drei lange Äste aufweisen. Schließe aus, dass dein zukünftiger Baum Pilzerkrankungen, also rote oder weißliche Flecken an Blättern oder Stamm hat. Triebspitzen sollten intakt und nicht abgeknickt sein. Auch ist es ratsam, sich keine Blattläuse in den Garten zu holen – die kommen noch früh genug. Untersuche also die Unterseiten der Blätter auf Eier, Larven und Läuse.

Gartenmusik gegen Kost und Logis

Wandas Tipp: An die heimischen Vögel denken

Nicht nur wir Menschen naschen gerne Obst. Auch viele Singvögel können von der Auswahl an Früchten in unseren Gärten profitieren. Besonders jene Früchte, die eine schnabelgerechte Größe haben, sind bei Amseln, Rotkehlchen, Meisen und allen Finkenarten sehr beliebt. Ihr Geäst eignet sich als Start- und Landeplatz, Baugrund für ihre Nester, Versteck vor Fressfeinden und natürlich als Nahrungsquelle, oft über den Herbst hinaus bis in den Winter hinein. Ebereschen, Felsenbirnen, Kirschen, Schwarzer Holunder und Berberitzen sind bei diesen Vögeln sehr beliebt. Lebhaft zwitschernde Vielfalt ist garantiert und bei genügend Auswahl lassen dir die geflügelten Freunde mehr als genug übrig.

Wanda, meine ernte Gründerin und Freundin heimischer Vögel

Singvögel fühlen sich in den Ästen deiner Obstbäume wohl

Prima, dann kannst du dich nun auf die Pflanzung vorbereiten, damit dein Baum die idealen Startbedingungen bekommt und gesund und kräftig wachsen kann.