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Gemüse ABC

meine ernte bietet bundesweit bepflanzte Gemüsegärten zum Mieten an. Hier im Gärtnerwissen erhälst Du wertvolle Tipps, die Du direkt in Deinem eigenen Garten oder im Miet-Gemüsegarten umsetzen kannst:

Kürbis

Mit ca. 800 Sorten gilt der Kürbis als Symbol für die Vielseitigkeit und Launenhaftigkeit der Natur. Als Speisekürbis sind Hokkaido und Butternut am Üblichsten, während man zum Schnitzen eher die großen und runden Halloween-Kürbisse nimmt. Kürbis ist zudem das Gemüse mit den größten Früchten.

Standort & Boden

Kürbisse wachsen am besten an einem sonnigen, etwas geschützten Standort. Da über die großen Blätter viel Wasser verdunstet und auch die Früchte einen hohen Wasserbedarf haben, sollte der Boden gleichmäßig feucht gehalten werden. Kürbisse wachsen auf humusreichen, gleichmäßig feuchten Sandböden genau so gut wie auf lehmigen Böden.

Da Kürbisse zu den Starkzehrern gehören, pflanzen Gärtner ihn gern auf oder in die Nähe eines Kompostes wo er sich sehr gut mit nährstoffreichem Sickerwasser versorgen kann.

Aussaat & Pflanzung

Kürbisse sind wärmeliebend und können ab Mai im Freiland ausgesät und bis zu den ersten Frösten geerntet werden. Wenn Du möchtest, kannst Du im Frühling Jungpflanzen vorziehen und diese dann ebenfalls ab Mai ins Freiland setzen. Kürbisse benötigen mit ihren sehr langen Ranken viel Platz und daher einen Pflanzabstand von bis zu 150x150 cm. 
Guten Nachbarn / schlechte Nachbarn: Kürbisse wachsen gut in der Nähe von Sonnenblume oder Zuckermais, da sie so etwas Schatten haben. Kartoffeln eignen sich weniger als Gemüsenachbarn.

  • Vorziehen: April bis Mai
  • Auspflanzen ins Beet: Mitte Mai bis Juni
  • Direktsaat ab: Anfang Mai bis Juni
  • Keimdauer: ca. 8 Tage
  • Kulturdauer/Erntereif: etwa 4 Monate/im Herbst

Alter Hase-Tipp für erfahrene Gärtner
Als Mischkultur Milpa war es schon den Mayas bekannt, die „Drei Schwestern“ Mais, Stangenbohnen und Kürbis zusammen anzubauen. Die Bohnen ranken am Mais und versorgen den Boden mit Stickstoff, der vom Kürbis bewachsen und schattiert wird. Der Mais benötigt dafür aber einen Vorsprung und sollte ab Anfang April geschützt vorgezogen werden, die Bohnensorte sollte nicht so wüchsig sein.

Pflege & Düngung

Sobald sich Früchte bilden, haben Kürbisse einen erhöhten Wasserbedarf. Dies liegt auch an der Größe der Blätter, über die viel Feuchtigkeit verdunstet. Gieße allerdings die Pflanze gezielt, d.h. nicht von oben. Denn "über Kopf" gegossen erhöht sich die Gefahr, dass Dein Kürbis von Mehltau befallen wird.

Ansonsten kannst Du Kürbisse sich selbst überlassen und wirst sogar überprüfen müssen, ob Du den Wuchs nicht begrenzen willst. Du kannst dem Wuchs Einhalt gebieten, indem Du entweder die Rankenden kaputt trittst – sie sterben dann ab und wachsen nicht mehr weiter – oder Du schneidest die Ranken (immer wieder) ab. So ist die Pflanze gezwungen, sich auf die angesetzten Früchte zu konzentrieren und keine Kraft in viele neue Früchte, die nicht ausreifen, zu vergeuden.

Als Starkzehrer benötigen Kürbisse, zur Aussaat oder Pflanzung sowie später in der Saison bei der Früchtebildung eine Düngung.

Bei den reifenden Früchten kann es vorkommen, dass sie von Fäulnis befallen werden. Um dies zu vermeiden, kannst Du eine Schicht Stroh oder ein Brett unter den Kürbis legen. Achte darauf, dass die Früchte nicht verletzt werden.

Ernte

Die Kürbisse sind reif, wenn sie beim Klopfen hohl klingen und die Schale nicht mehr mit dem Finger eingeritzt werden kann. Die Stiele sehen nun holzartig aus. Je kräftiger die Farbe des Kürbis, desto vitaminreicher und geschmacksintensiver ist er. Vermeide Verletzungen bei der Ernte, weil sich sonst die Lagerfähigkeit deutlich verringert. Ernte Deine Kürbisse zudem mit Stielansatz, da sie sonst schnell anfangen können zu faulen. Sowohl Hokkaido- als auch Butternut-Kürbisse sind exzellente Speisekürbisse. Während Hokkaidos mit Schale verarbeitet werden können, werden Butternuts meist geschält. Wir empfehlen, beide Sorten vor der Verarbeitung im Backofen zu erhitzen, da sie so weicher und leichter zu verarbeiten sind. Auch beim Butternut lässt sich nach dem Abkühlen so die Schale besser entfernen. Giftig ist diese nicht.

Wir haben für Dich einen kleinen Film gedreht, in dem wir Dir zeigen, wie Du erkennen kannst, ob Dein Kürbis reif ist. Viel Vergnügen!

Aufbewahrung

Sofern der Stielansatz nicht beschädigt ist, kannst Du die Kürbisse bis 15 Grad problemlos lagern. Die Lagertemperatur ist also höher als bei den meisten Gemüsearten. Lasse die Kürbisse möglichst lange draußen, so nehmen sie noch an Gewicht und Geschmack zu. Allerdings musst Du sie vor dem ersten Frost ernten. 

  • Lagere nur ausgereifte Kürbisse
  • Die Kürbisse sollten unbeschädigt sein (keine Kratzer, Dellen, ein unbeschädigter Stielansatz)
  • Wasche die Kürbisse vor der Lagerung nicht
  • Lagerort sollte ca. 10-15 Grad Celsius haben und gut durchlüftet sein
  • Lagere Deine Kürbisse in gut durchlüfteten Kisten oder Netzen

Schädlinge & Krankheiten

Die Jungpflanzen können von Schnecken heimgesucht werden. Ansonsten wird die Lebensdauer der Pflanzen üblicherweise vom echten oder falschem Mehltau begrenzt. 

Nährstoffe

Kürbisse haben einen hohen diätetischen Wert. Der Wassergehalt liegt bei 90 Prozent, sie enthalten wenig Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß. Sie sind kaliumreich, natriumarm und enthalten reichlich Provitamin A (Beta Carotin). Besonders in der essbaren Schale des Hokkaido Kürbis ist viel Beta Carotin enthalten. Das Beta Carotin sowie die, im Fruchtfleisch enthaltene, Kieselsäure wirken sich günstig auf das Bindegewebe, Haut und Nägel aus (besonders beim Butternut). Wer viel Kürbis isst regt zudem die Blasen- und Nierentätigkeit an und kann sich so auf natürliche Weise entwässern.

Spaghettikürbis
Hokkaidokürbis
Muscade de Provence

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