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Gemüse ABC

Chili/ Peperoni

Wo sind die Unterschiede? 

Chili, Peperoni und Paprika sind eng miteinander verwandt. Bei allen Ähnlichkeiten der ersteren beiden Nachtschattengewächse, gibt es auch ein paar Unterschiede zwischen den länglichen scharfen Schoten. Peperoni sind deutlich milder als die kleineren Chilis. Peperoni kommen in vielen Farben daher, ganz ähnlich wie ihre großen Schwestern die Paprika. Gelb, rot oder grün liegen sie in den Regalen oder wachsen in deinem Garten. Ihr Geschmack ist saftig, mit aromatischer Schärfe. Die Chilis sind deutlich schlanker und kleiner und es gibt sie nur in rot. Chilis kannst du trocknen und zu Sträußen binden. Im Haus vorgezogen und im späten Sommer geerntet wärmt dich ihre Schärfe das ganze Jahr über.

Boden und Standort

Zimperliche Starkzehrer mit Wärmebedürfnis

Chilis und Peperoni haben an ihren Boden ähnliche Ansprüche wie die großen Paprika. Sie mögen es warm und sonnig. Sechs bis acht Sonnenstunden sind optimal. Milde Temperaturen wünschen sich die Schoten ebenfalls und sie vertragen keinen Frost. Die Pflanzen müssen windgeschützt stehen und sie sind Starkzehrer. Als solche benötigen sie viele Nährstoffe, die du ihnen mittels einer großzügigen Kompostgabe zu Pflanzbeginn angedeihen lassen kannst. Die Pflanzen wünschen sich einen lockeren, tiefgründigen Boden ohne Konkurrenz durch Unkräuter. In einem Gewächshaus fühlen sie sich ebenfalls wohl.

Chilis und Pepperonis sind ein bisschen zimperlich, aber lecker

Vorziehen, Aussaat und Pflanzung

Chilis vorziehen

Häusliche Schoten – Anzucht erwünscht

Peperoni und Chili lassen sich in ihrer Entwicklung relativ lange Zeit und brauchen in unseren Breitengraden eine frühe Anzucht im Haus. Hierin ähneln sie der eng verwandten Paprika. Im Raumklima können sie stark genug werden, um später ins sonnige Freiland gesetzt zu werden. 

Chilis kannst du gut aus Samen vorziehen. Vor allem, wenn du gern verschieden Sorten ausprobieren möchtest, dann eignet sich die eigene Anzucht, denn spezielle Sorten bekommst du als Jungpflanzen meist auch nur in wenigen Läden.

Beginne im Januar mit dem Vorziehen deiner Chilipflanzen, damit sie für die Pflanzung nach den Eisheiligen schon entsprechend groß und kräftig sind. 

Um Platz zu sparen, werden Chilisamen zunächst meist alle zusammen in einer Schale oder einem Topf ausgesät und später die kräftigsten Keimlinge auf Einzeltöpfe vereinzelt. Du kannst jedoch auch direkt in kleinen Anzuchttöpfen Chilis vorziehen. In diesem Falle lege immer ein Saatkorn in jeden Topf.

Chili vorziehen Schritt für Schritt

Der ideale Zeitpunkt um Chilis auszusäen ist: Ende Februar

  1. Fülle eine Saatgutschale bzw. deine Anzuchttöpfe mit Erde und drücke diese gleichmäßig etwas an.
  2. Säe die Chilisamen in der Schale oder in deinen Töpfen aus.
  3. Bedecke die Chili-Saat mit ca. 1 cm Erde und drücke diese erneut leicht an, damit die Samen guten Kontakt zur Erde bekommen.
  4. Gieße die Chilisamen vorsichtig an. Sie sind sehr leicht und können bei zu viel Wasser leicht ausschwemmen.
  5. Stelle die Anzuchtschale hell und relativ warm in deiner Wohnung auf.
    Wenn du über kein Gewächshaus oder Wintergarten verfügst, ist ein Südfenster hier die beste Wahl, alternativ kannst du dir mit Pflanzenlampen mehr Licht in deine Vorzucht-Station bringen.
  6. Halte die Saat feucht, aber nicht nass.
  7. Wenn sich neben den Keimblättern das erste Laubblatt an den Sämlingen entwickelt, kannst du diese in einzelne Töpfe pikieren.
    Fülle dafür neue Töpfe mit Pflanzerde, hebe die einzelnen Keimlinge vorsichtig z.B. mit einem Pikierstab aus der Schale, kürze die Wurzeln um ca. ein Viertel ein und setze sie vorsichtig in den neuen Topf. Die Keimblätter sollten recht tief sitzen, aber nicht mit Erde bedeckt sein.
  8. Ab Mitte Mai können deine Pflanzen dann ins Beet.
Ziehe deine Chilipflanzen in jedem Fall vor

Chili auspflanzen

Abhärten für besseren Wuchs

Für Chilipflanzen, die ins Freiland sollten gilt: Erst nach den Eisheiligen. Die wärmeliebenden Pflanzen könnten sonst von den späten Nachtfrösten so stark geschädigt werden, das sie eingehen. Auch, wenn Anfang Mai schöne warme, sonnige Tage locken, das Warten lohnt sich.

Wenn du einen Balkon oder eine Terrasse hast, solltest du deine Jungpflanzen nach und nach an das Wetter und die Temperaturen im Freien gewöhnen. Stelle deine Chili-Jungpflanzen dafür an milderen Tagen tagsüber ins Freie und hole sie für die Nacht wieder ins Haus. So härtest du deine Jungpflanzen nach und nach ab.
Wenn du keine Möglichkeit hast, deine jungen Chilipflanzen ins Freie zu stellen, solltest du sie, sooft es geht, ans geöffnete Fenster stellen.

Chili-Mix

Die jungen Chilipflanzen kommen ins Beet

Pflanze deine Chilipflanzen nicht zu dicht. Sie werden, je nach Sorte und Standort, zwar nicht sehr groß, sollten aber gut abtrocknen können. Ein Pflanzabstand von 40 cm ist Minimum. Zwischen deine Chilipflanzen kannst du z.B. gut Salat oder Tagetes setzen. So ist der Boden bedeckt und der Platz gut ausgenutzt.

Pflanze deine Jungpflanzen bis zu den Keimblättern ein und stütze sie an windigen Standorten mit einem Stab. Ein schnell mit Erde geformter Gießrand hält dein Gießwasser an der Pflanze.

Natalies Tipp: Die Scoville Skala – Kennst du den Spitzenreiter?

Es gibt eine eigene Maßeinheit, um die Schärfe von Chilis zu messen: Auf der sogenannten Scoville Skala wird die Schärfe von Chilis, Peperoni und Chili basierten Saucen festgelegt. Das Capsaicin, das für die Schärfe der Chilis verantwortlich ist, wird dabei mittels moderner Geräte ermittelt. Das scharfe Alkaloid reizt unsere Schleimhäute. Damit ist der scharfe Geschmack der Chili eigentlich ein Schmerz, der uns einheizt. Die Scoville Skala reicht von 0 bis über 600.000. Zur Einordnung: Gemüseparika liegt auf der Scoville Skala bei etwa 10. Chilis haben einen Wert von ca. 500, während sich Peperoni mit durchschnittlich nur 200 begnügen, oft aber sogar noch milder sind und ein süßeres Aroma haben. Jalapenos liegen bei 3000 und reiner Cayennepfeffer, der aus gemahlenen Chilis besteht, bei ungefähr 50.000 Scoville. Pfefferspray enthält fast reines Capsacin und liegt bei bis zu 300.000 Scoville.  

Natalie, meine ernte Gründerin und Gemüsegärtnerin

Deine Chilipflanzen benötigen viel Sonne

Pflege

Dreiklang des feurigen Erfolgs - Seitentriebe ausknipsen, Staunässe meiden, regelmäßig düngen

Peperoni und Chili sind ähnlich zu pflegen wie andere Nachtschattengewächse, wie Tomaten und Paprika. Zu Beginn ist eine gute Grundlage an Nährstoffen wichtig, die du mittels Kompost, Dünger oder Terra Preta legen kannst. Im Laufe der Kulturdauer zwischen Juni und August kannst du alle drei Wochen mit Brennnesseljauche oder anderen Pflanzenjauchen gießen.

Die Pflanzen werden schon früh kleine Verzweigungen bilden, da sie in der Natur rankende Pflanzen sind. Dies geht aber auf Kosten der Fruchtbildung. Knipse Seitentriebe darum regelmäßig frühzeitig aus. Eine Rankhilfe darfst du Chili, Peperoni und Paprika dennoch anbieten.

Der Wasserbedarf der Chili – und Peperonipflanzen ist relativ hoch. Sorge dafür, dass du regelmäßig gießt, meide aber unbedingt Staunässe.

Stellen deinen Chilipflanzen eine Rankhilfe zur Verfügung

Wandas Tipp: Chilis überwintern

Chilis sind hierzulande nicht mehrjährig. Kalte Temperaturen oder gar Frost vertragen sie gar nicht. Von daher können sie auch nicht Freien überwintern. Du kannst aber Chili und Peperoni problemlos in Kübeln auf dem Balkon oder auf der Terrasse ziehen. Hier ist besonders auf Staunässe zu achten. Im Winter ziehen diese Behälter dann um ins Haus und sorgen dort für wohnliches Grün.

Wanda, meine ernte Gründerin und Gemüsegärtnerin 

Rankhilfen direkt bei uns im Shop bestellen:

Rankgitter – gib deinen Pflanzen halt und gärtnere in die Höhe

Robinienholz ist sehr robust und damit ideales Material für Rankgitter, da diese je nach Bepflanzung einiges an Gewicht aushalten müssen. Die Rankgitter gibt es in unterschiedlichen Höhen und Breiten und eigenen sich sowohl für Gurken, also auch für schwergewichtige Kürbisse und Melonen. Auch als Spalier für Obst und für kletternde Blumen ist diese Rankgitter gut geeignet. Rankgitter im meine ernte Shop bestellen.

Krankheiten und Schädlinge

Blattläuse mögen's scharf

Blattläuse saugen gern an den tiefgrünen Blättern der Pflanzen. In Mengen können sie deine Pflanzen so stark schädigen, dass die Früchte vorzeitig abfallen. Achte deshalb darauf, dass die Pflanzen nicht zu dicht stehen. Das hilft auch gegen Pilzbefall wie Mehltau. Kontrolliere deinen Bestand regelmäßig auf Blattläuse. Solltest du welche entdecken, kannst du sie mit Wasser abspülen oder per Hand abstreifen. Alternativ kannst du auch ein ökologisches Blattlausmittel einsetzen.

Ernte

Ab Ende Juli wird es scharf

Die ersten ausgereiften Schoten von Chilis und Peperonis kannst du ab Ende Juli ernten. Chilis sind reif, wenn sie rot und prall aussehen. Ob gelb, grün oder rot - Peperoni können, ganz ähnlich wie Gemüsepaprika, in verschiedenen Reifestadien geerntet und gegessen werden. Brich die reifen Früchte vorsichtig von den Stängeln oder nutze ein scharfes Gartenmesser, um die Pflanze nicht zu verletzen.

Du kannste deine Chilis nach verschiedenen Reifegraden ernten

Lagerung

Sommerhitze pulverisieren – Chilis trocknen auf drei Arten

Du kannst Chilis auf zwei Arten trocknen. Die schnellste Methode ist es, die frischen Chilis bei 80 Grad in den Backofen zu legen. Schon nach drei bis acht Stunden kannst du deine Chilischoten entnehmen. Nachdem sie ausgekühlt sind, kannst du sie zu Pulver vermahlen oder zu Chiliflocken zerkleinern. Beides lässt sich in gut verschlossenen Schraubgläsern oder Weckgläsern aufbewahren.

Chilischoten an der Luft zu trocknen ist energiesparender und günstiger, auch wenn es ein wenig länger dauert. In einem warmen, gut durchlüfteten Raum - trockene Dachböden im Sommer eignen sich gut - kannst du die Chilis auf Blechen auslegen. Nach einigen Tagen sind die Chilis durchgetrocknet. Sie lassen sich dann hübsch zu Strängen binden und in der Küche aufhängen.

Auch ein Dörrautomat leistet bei der Konservierung der Chilis gute Dienste.

Peperoni lassen sich ebenfalls trocknen und so wie Chilis weiterverarbeiten. Ihr Geschmack ist dabei aber süßer und milder als der der Chilis.

Getrocknet halten Chilis sich am längsten

Verwendung und Heilwirkung

Durchblutungsfördernd und gut für dein Immunsystem

Chilis verleihen jeder Speise eine deftige Schärfe. Du kannst ein wenig feurige Chiliwürze deshalb in den unterschiedlichsten Gerichten unterbringen. Das Capsaicin, das verantwortlich für das Feuer der Früchte ist, steckt besonders in der weißen Haut im Inneren der Schoten, sowie in den Kernen. Dort hat es eine Schutzfunktion gegen Fraßfeinde. Capsaicin hat für Menschen einen gesundheitlichen Wert. Es wirkt in erster Linie durchblutungsfördernd. Darum wird es auch von der Pharmaindustrie in Salben eingesetzt, um Schmerzen zu lindern. Zusätzlich ist Capsaicin entzündungshemmend und antibakteriell. Es schützt den Körper vor Krankheitserregern und Pilzen. Selbst Viren vermag das Capsaicin in Schach zu halten. Chilis halten auch dein Immunsystem in Schwung, denn sie enthalten dreimal mehr Vitamin C als Zitronen.

Wandas Tipp: Bei Migräne Chili im Haus haben

Wer zu Migräne neigt, kann bei ersten Anzeichen für einen Anfall in eine Chilischote beißen. Die Schärfe regt die Durchblutung der Kopfhaut unmittelbar an und hält die Migränesymptome auf.

Wanda, meine ernte Gründerin und Gemüsegärtnerin 

Achtung! Scharfe Typen! Bitte mit Samthandschuhen anfassen!

Solltest du eine besonders scharfe Chilisorte kultiviert haben, empfiehlt es sich, die weiße Haut und die Kerne zu entfernen. Trage bei der Zubereitung außerdem Handschuhe und sorge in jedem Fall dafür, dass deine Augen nicht in Kontakt mit dem scharfen Chilisaft kommen, sonst kann es brenzlig werden. Wenn du keine Handschuhe benutzen möchtest, reibe deine Hände nach der Verarbeitung der Schoten mit etwas Öl ein und spüle sie kalt (!) unter laufendem Wasser mit Seife  ab. Capsaiscin ist fettlöslich und sein Brennen kann auch, sollte es einmal überdosiert worden sein, aus dem Mund mit fetthaltigen Speisen gelös(sch)t werden. Achtung! Wasser verstärkt den scharfen Effekt!

Trage Handschuhe bei der Verarbeitung deiner Chilis und halte deine Hände von den Augen fern

Rezepte und Inspiration

Chiliöl selber machen

Ein selbsthergestelltes Chiliöl ist unverzichtbar, wenn du die asiatische Küche liebst. Röste dazu getrockneten Knoblauch, Sternanis, Kardamom und Sesamsamen zu gleichen Anteilen in einer Pfanne und gib die Mischung, sobald sie ihren würzigen Duft entfaltet, in ein gutes Pflanzenöl. Olivenöl solltest du nur verwenden, wenn du das Öl später über kalte Speisen geben möchtest.

Noch simpler geht es, wenn du einfach in ein hochwertiges Pflanzenöl 5-10 getrocknete Chilischoten gibst. Lasse das Öl mind. 2 Wochen stehen und fertig ist dein selbst gemachtes Chiliöl. Auch schön zum Verschenken!

Flammkuchen mit Peperoni

Urlaubsgefühle macht ein Flammkuchen, der mit Peperoni, Feta und Oliven belegt ist.

Chili + Süß = Lecker!

Chilis würzen alle pikanten Gerichte mit ihrer charakteristischen feurigen Schärfe. Aber auch in süßen Speisen macht sich eine Prise Chili gut. Probiere doch mal eine Tasse starken, heißen Kakao mit einer Messerspitze Chili, etwas Kardamom und Zimt abzuschmecken. Das geht mit Kuhmilch sowie mit Pflanzenmilch gleichermaßen gut.

Stelle dein eigenes Chiliöl her!

Darüber hinaus findest du weitere Saatgutsorten von Bio-Paprika und -Chili im meine ernte Shop.

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