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Wintergemüse- Das kannst du bei Kälte anbauen

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Was kann ich im Winter aussäen und ernten?

Im Winter herrscht Ruhe in vielen Gemüsegärten. Die einjährigen Pflanzen werden vor dem Frost aus dem Boden genommen. Die mehrjährigen Pflanzen, wie Obststräucher und Bäume, werden durch Vliese oder Jutesäcke vor der Kälte geschützt. Ein paar Kräuter werden noch abgeerntet und der Garten und der Gärtner gehen in die Winterpause. 

Doch frisches Gemüse aus dem eigenen Garten – das geht auch im Winter! 

Zahlreiche Gemüsesorten, darunter Salate, Kohlarten und einiges Wurzelgemüse können im Gewächshaus, im Hochbeet mit Frühbeetaufsatz, auf dem geschützten Balkon nah an der wärmenden Hauswand oder sogar im Freiland überwintern. Frostempfindliche Arten, wie z. B. Tomate, Kürbis, Aubergine und Bohnen kommen hingegen nicht mit unseren Wintern zurecht und müssen somit jedes Jahr zur frostfreien Zeit erneut ausgebracht werden werden. Doch im Winter kann nicht nur geerntet, sondern auch ausgesät werden für die Ernte im Frühjahr. 

Zahlreiche Gemüsesorten kannst du auch noch im Winter ernten

Frosthart (geeignet für Freiland, Balkon, Hochbeet, Gewächshaus)

  • Salate (Endivie, Pflücksalate, Feldsalate, Rucola, Postelein/Winterportulak)
  • Grünkohl
  • Mangold
  • Rettich
  • Porree
  • Pastinake
  • Petersilie

Frosttolerant (geeignet für Balkon, Hochbeet, Gewächshaus)

  • Schnittknoblauch
  • Winterkresse
  • Brokkoli
  • Blumenkohl

Frostempfindlich (nicht geeignet als Wintergemüse)

  • Basilikum
  • Gurken
  • Tomaten
  • Aubergine
  • Paprika
  • Kürbis

Gemüse anbauen – was ist im Winter anders?

Der Winter im Garten geht für uns von Anfang November bis Ende Februar. Im Winter verändern sich die Bedingungen für den Gemüseanbau. Kälte, Feuchtigkeit und wenige Sonnenstunden am Tag erfordern einen besonderen Schutz deiner Gemüsepflanzen. 

Kälte – Stress für dein Gemüse im Garten

Kälte und Frost bedeuten (ebenso wie Hitze) Stress für Pflanzen im Allgemeinen. Sie reagieren mit einem natürlichen Schutz und bauen ihr eigenes Frostschutzmittel auf. Nach einer kalten Nacht sind die Blätter womöglich erfroren und hängen platt am Boden. Das ist die natürliche Schutzhaltung der Blätter, um weitere Schäden zu vermeiden. In diesem Zustand darfst du sie auf keinen Fall ernten oder anfassen. Aber du musst sie auch nicht aufgeben. Durch die höheren Temperaturen am Tag erholen sich die Pflanzen und können gut an einem sonnigen Nachmittag geerntet werden. 

Kälteschutz für Pflanzen – wie du dein Gemüse im Winter helfen kannst

Im Gartenboden speichert Wärme. Es ist bis zu einer gewissen Temperatur möglich, diese Wärmespeicherung im Boden zu fördern. Mit einer ordentlichen Mulch- oder Strohschicht zwischen deinen Gemüsepflanzen wird die Oberfläche geschützt und die Wärme kann nicht so leicht entweichen. Stroh hat zudem den Vorteil, eine trockene Unterlage für die Pflanzen zu bilden.

Ina

 

Tipp von Ina
Deine Topfpflanzen haben es im Winter schwerer. Hier fehlt die Wärme aus dem Gartenboden. Schütze deine Gemüsepflanzen durch einen Jutesack um den Topf oder einen zusätzlichen Pflanzsack aus Vlies*.

Hauswände, Steinmauern und Baumstämme strahlen Wärme aus. Setze dein Wintergemüse möglichst windgeschützt vor eine sonnenbeschienene Wand. Hochbeete oder Balkonkästen kannst du vor der kalten Jahreszeit verschieben und an einen geschützten, wärmenden Platz stellen. Bei einigen Balkonpflanzen, wie z. B. Kräutern, kann es sich lohnen, diese in die Wohnung umzusiedeln. Damit sie dort keine Pilzerkrankung bekommen, sollten sie jedoch an einem wirklich kühlen und hellen Ort stehen.

Feuchtigkeit – Pilzkrankheiten vorbeugen

Im Gewächshaus überwintern deine Pflanzen geschützt vor der Kälte
Das Gewächshaus ist der perfekte Ort zur Überwinterung

Der Winter bringt nicht nur sinkende Temperaturen, sondern auch regnerische und feuchte Tage mit sich. Langanhaltende Feuchtigkeit im Gemüsebeet begünstigt immer die Entstehung von Pilzkrankheiten. 

Du hast ein Gewächshaus? Das ist der ideale Schutz gegen Feuchtigkeit von oben. Aber auch hier gilt es eine regelmäßige Belüftung zu haben. Jeden Tag die Tür etwas auflassen zum Lüften ist besonders wichtig. 

Für Hochbeete gibt es Frühbeetaufsätze, die einen idealen Schutz vor zu viel Feuchtigkeit von oben bieten. Zudem bildet sich hier ein wärmendes Klima, das auch zum Keimen von Saatgut im Winter genutzt werden kann. Belüftung ist auch hier wichtig, da sich Kondenswasser auf den Blättern absetzen kann. 

Öffne den Frühbeetaufsatz oder das Gewächshaus jeden Tag für eine Stunde. So kann die Luft gut zirkulieren und die Blätter können abtrocknen. 

Gieße deine Gemüsepflanzen nur in einem trockenen Winter

Gegossen wird im Winter nur selten. In einem trockenen Winter reicht es zweimal im Monat zur Gießkanne zu greifen. Normalerweise kommen die Pflanzen mit der Feuchtigkeit in der Luft und durch Regen oder Schnee aus.

Im Gewächshaus oder abgeschlossenen Systemen empfiehlt sich einmal die Woche nach dem Zustand der Erde zu schauen. Ist diese noch feucht, dann muss nicht gegossen werden. 

Wir haben dir noch weiter Infos zur Bewässerung zusammengestellt. 

Wie gieße ich im Winter richtig?

Beginnt die Erde auszutrocknen, dann solltest du an einem warmen Vormittag gießen, sodass das Wasser genug Zeit hat im Boden zu versickern und die Blätter der Pflanzen über den Tag abtrocknen können. Vor Einbruch der kalten Nacht sollten die Blätter trocken sein.

 

 

Kürbisse kannst du oft bis in den Winter hinein ernten

Sonnenstunden im Winter – deine Gemüsepflanzen wachsen auch mit wenig Licht

Die Anzahl der Sonnenstunden und auch die Lichtintensität der Sonne nehmen im Winter ab. 

Viele Gemüsepflanzen benötigen aber nicht die volle Lichtintensität, um zu wachsen und zu überwintern. 

In Deutschland gibt es von Dezember bis Februar durchschnittlich nur 2 volle Sonnenstunden (durchgehender Sonnenschein mit hoher Lichtintensität) pro Tag! Im Vergleich dazu stehen den Pflanzen im Sommer bis zu 8 Sonnenstunden zur Verfügung. Das ist ein enormer Unterschied. 

Achte auf eine Südausrichtung mit möglichst viel Sonneneinstrahlung. Diese ist am besten geeignet für dein Wintergemüse. 

Du wirst merken, dass die Wachstumsgeschwindigkeit im Winter abnimmt. Als geduldiger Gärtner ist Wintergemüse also genau das richtige für dich. 

Ina erntet auch in der kalten Jahreszeit noch ihr Gemüse...
Ina erntet auch in der kalten Jahreszeit noch ihr Gemüse...
...und ihre Ausbeute kann sich sehen lassen
...und ihre Ausbeute kann sich sehen lassen

Wintergemüse schützen – die 3 meine ernte Top-Tipps für Anfänger

1. Vollsonnigen und geschützten Standort wählen

2. Erde schützen durch Mulch, Kompost oder Stroh

3. Frühbeete und Gewächshäuser täglich lüften

Viele Sorten sind im Winter erntereif bzw. können sogar im Winter ausgesät werden für die Ernte im nächsten Frühjahr. 

Lass die frostharten Sorten den ganzen Winter über in deinem Gemüsegarten stehen und erfreue dich an der Winterernte.

In unserem Gemüse-ABC findest du detaillierte Infos zu den meisten Gemüsesorten. 

Gemüse aussäen im Winter?

Diese Sorten keimen auch bei niedrigen Temperaturen oder überwintern und keimen im nächsten Frühjahr an den ersten warmen Tagen. 

  • Möhren (Aussaat kurz vorm Frost)
  • Erbsen (Aussaat im Januar)
  • Radieschen (Aussaat und Ernte durchgehend)
  • Asia-Salate (Aussaat im November)

Beachte, dass hierbei jedoch die Gefahr bestehen kann, dass die Samen bei ungünstigen Temperaturschwankungen faulen können und nicht aufgehen.

Buch-Tipp: Ernte mich im Winter, Löwenzahn-Verlag

 

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Buchtipp „Ernte mich im Winter“ vom Löwenzahn Verlag 

Lies dich bei einer Tasse Tee weiter ein in das Thema „Gemüsegarten im Winter“. 

Eine Empfehlung von Herzen ist das neue Buch „Ernte mich im Winter“ vom Löwenzahn Verlag. 

Dort findest du wirklich alle Tipps und Tricks für deine Winterernte mit der langjährigen Erfahrung von Wolfgang Palme. 

Viel Spaß beim Schmökern!

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